„Et ass net evident, datt sech Leit och nach 20 Joer no enger Visite un een erënneren“, sagt der Direktionsbeauftragte des „Musée national de la résistance“, Frank Schroeder, „de Josy hunn d’Leit an Erënnerung behal“. Auch wegen seiner sehr emotionalen Art, das Erlebte an die folgenden Generationen weiterzugeben. Es hat wohl keine Visite gegeben, während der keine Tränen geflossen sind, schätzt Schroeder.

Josy Schlang im Jahr 1946. (Foto: Musée nationale de la résistence)

Josy Schlang wurde am 5. Juni 1924 in eine bescheidene Schmelzarbeiter-Familie geboren. Im Oktober 1941 wurde die vierköpfige Familie wegen nazifeindlicher Aussagen an den Besatzer verraten. Nach den anschließenden Verhören durch die Gestapo wurde die Familie in den ersten Zug in Richtung Konzentrationslager im besetzten Polen gesteckt.

Konzentrationslager-Überlebender

Für den damals 17-Jährigen begann damit eine qualvolle Tour durch die Konzentrationslager von Lodz, Poznan, Auschwitz und Mauthausen. Josy Schlang überlebte und wurde im Frühling 1945 in Österreich von alliierten Truppen befreit.

Der Weg nach Hause war lang. Erst im Herbst 1945 erreichte Schlang seine Heimat. Später trat er in die Fußstapfen seines Vaters und arbeitete in der Stahlindustrie. Er heiratete und wurde Vater.

Als Rentner war Josy Schlang dann ehrenamtlich im „Musée national de la résistance“ tätig. Bis vor ein paar Jahren. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er im Pflegeheim in Bettemburg.

Tageblatt.lu