Die Düdelinger Gemeinderatssitzung wurde am Freitag von Umweltthemen bestimmt: Baumsterben, die Abschaffung von Einwegplastik bei öffentlichen Veranstaltungen und das geplante ökologische Stadtviertel Neischmelz kamen zur Sprache.

Nachdem im Juli eine Motion der „déi gréng“ zur Vermeidung von Einwegplastik schon einmal Thema war, lag die überarbeitete Version am Freitag dem Gemeinderat vor. Am 15. Oktober ist die Umweltkommission zusammengekommen, hat sich mit dem neuen Dokument befasst und es anschließend einstimmig angenommen. Wie Umweltschöffe René Manderscheid (LSAP) ausführte, soll unter anderem eine Charta für Vereine ausgearbeitet werden, die öffentliche Veranstaltungen, Beleuchtung, Strom, Trinkwasser und Transport behandelt. Dazu soll ein allgemeines Verbot von Einwegplastik auf öffentlichen Festen eingeführt wie auch eine konsequente Abfalltrennung garantiert werden. Schulen verzichten bereits so gut wie möglich auf Einwegplastik. Das dort herrschende „Règlement d’ordre interne“ soll auf die öffentlichen Gebäude ausgeweitet werden.

Ein weiterer Punkt betrifft die Weiterbildung in Sachen Abfallmanagement. Alle Angestellten der Gemeinde wie auch Vertreter der Kommissionen sollen regelmäßig an Schulungen teilnehmen müssen. Die Vereine sollen im Vorfeld über die Charta informiert werden und eigene Vorschläge einbringen können. Im Januar wird dazu ein Treffen anberaumt. Die Ausarbeitung einer Informationskampagne steht ebenfalls auf dem Programm.

Den Vertretern der Opposition fehlte in dem Dokument eine Deadline, bis wann die Maßnahmen umgesetzt werden sollen. René Manderscheid zufolge wird das Jahr 2020 wohl als Übergangsjahr angesehen. Sanktionen im Falle der Nichteinhaltung sind nicht vorgesehen. Hier wollen die Stadtverantwortlichen auf den Dialog setzen. Schöffe Loris Spina (LSAP) erklärte, dass der Knackpunkt bei der „Fête de la musique“ liege. Hier müsste noch nach Lösungen gesucht werden. Bei 20.000 Besuchern müssten 100.000 Becher im Umlauf sein. Gerade die Logistik stelle eine Herausforderung dar.

Zeichen des Klimawandels

Zu Beginn der Sitzung hat der zuständige Förster Guy Netgen den Forstplan für das kommende Jahr vorgestellt. 2020 wird die Trockenheit der letzten beiden Jahre ihren Tribut fordern: Bäume, wie etwa die Esche, werden nach und nach absterben. Zusätzlich dazu ist erneut mit dem Eichenprozessionsspinner zu rechnen. „Wenn das Frühjahr relativ warm wird, dann tritt er noch stärker auf“, so Netgen. Gegen dieses Insekt gebe es kein Patentrezept. Durch den Borkenkäferbefall an den Fichten musste an einigen Stellen fast ein Kahlschlag durchgeführt werden.

Um auf diese Entwicklungen zu reagieren, werden im nächsten Jahr weniger Bäume abgeholzt. Langfristige Lösungen zu finden, sei schwierig, da niemand voraussehen könne, wie stark und wie schnell die Klimaveränderung kommt, gibt der Förster zu bedenken. Eine mögliche Maßnahme besteht darin, Baumarten anzupflanzen, die besser mit diesen klimatischen Bedingungen zurechtkommen.

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In Düdelingen steht die mittlerweile größte Musikschule des Landes mit 1.156 eingeschriebenen Schülern. Innerhalb eines Schuljahres sind 90 Kinder hinzugekommen. Die zuständige Schöffin Claudia Dall’Agnol (LSAP) führt dies auf die gute Qualität des Unterrichts zurück. Die Eröffnung der Tanzabteilung habe genauso ihren Teil dazu beigetragen wie die verstärkte Präsenz in den sozialen Medien und die konsequente Zusammenarbeit mit den Betreuungseinrichtungen. In der Grundschule sind mit 1.912 Schulkindern 30 weniger eingeschrieben als im letzten Schuljahr. Darunter sind 69 Kinder, die älter als 12 sind, 40 Schüler leben in anderen Gemeinden und gehen in der „Forge du sud“ zur Schule. Die Kinder werden von insgesamt 217 Lehrkräften unterrichtet.

Druck soll hoch bleiben

Die CSV-Fraktionssprecherin Michèle Kayser-Wengler hatte dem Schöffenrat einige Fragen gestellt, die sich auf das geplante Öko-Viertel Neischmelz beziehen. Dort soll die Geothermie als Hauptenergiequelle genutzt werden, wenn die Ergebnisse der Probebohrungen positiv ausfallen. Die CSV fragte nach näheren Details zur Finanzierung, Stand des Projektes und möglichen Alternativen. Bürgermeister Dan Biancalana (LSAP) bestätigte, dass das erste Fazit positiv ausgefallen ist. In der zweiten Phase soll auf bis zu 1.000 Meter Tiefe gebohrt werden. Der Energieminister habe seine Zustimmung dazu gegeben, doch es gebe noch einige Details zu klären, ehe die zweite Phase in Angriff genommen werde. 

In einer zweiten Frage wollte die CSV weitere Details zur Ablehnung des Filmindustrieprojektes (das Tageblatt berichtete Anfang Oktober) erfahren und forderte eine transparente Darlegung der Verhandlungsschritte. „Eine Idee ist, wie schon gesagt, eine Erlebniswelt rund um Film und Fotografie einzurichten“, so der Bürgermeister. Weiter hege er Zweifel daran, dass die Regierung eine Alternative in der Schublade habe. Der Bürgermeister und der Schöffenrat wollten die Regierung jedoch nicht aus ihrer Verantwortung entlassen.

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