Die Beraterfirma PricewaterhouseCoopers in Luxemburg berät seit Jahren große internationale Unternehmensgruppen, wie diese ihre Steuerschuld maximal reduzieren können.

Die angewandte Tax-Ruling-Praxis entspreche der Luxemburger Gesetzgebung, heißt es seitens der Unternehmensberater am Donnerstag. Die Daten, die seit Mittwochabend im Netz veröffentlicht und von großen internationalen Zeitungen aufgearbeitet wurden, haben sich die Autoren auf illegale Art angeeignet, sagte Didier Mouget, managing Partner von PwC.

Bei den am Mittwoch veröffentlichten Dokumenten handele es sich mehrheitlich um dieselben, über die bereits vor zwei Jahren berichtet worden war. Das Thema aufgegriffen hatten damals das britische BBC und das französische Antenne2. Das Gros der Unterlagen war damals bereits bekannt. Jetzt seien jedoch weitere Schriftstücke veröffentlicht worden.

Klage gegen Unbekannt

Entwendet worden waren die Unterlagen bereits im Jahr 2010. Damals habee PwC Klage gegen Unbekannt eingereicht. Die Ermittlungen seien jedoch bisher ergebnislos geblieben, so Mouget. Wer sich die Unterlagen angeeignet hat, ist nicht bekannt. Nicht gewusst ist, ob sie ein Mitarbeiter mitnahm oder ob das System von außen gehackt wurde.

PwC sprach am Donnerstag von einer massiven Kampagne, die derzeit gegen Luxemburg laufe.

Mouget betonte, dass 2010 zum Teil eine andere Gesetzgebung bestand. Einzelne Elemente der vor diesem Zeitpunkt ausgehandelten Vereinbarungen seien heute womöglich nicht mehr legal.

Kein Solo-Tanz Luxemburgs

Luxemburg sei nicht das einzige Land, das Tax-Ruling betreibe. Mouget nannte am Donnerstag auch Irland, die Niederlande und Großbritannien. Insbesondere letztere betrieben eine aggressive Politik der Steueroptimisierung.

Bereits am Vormittag hatte die Regierung betont, dass Luxemburgs Steuerbehörden entsprechend den nationalen Gesetzen und internationalen Regeln gehandelt hätten, u und handeln würden.

Tageblatt.lu