Ab der nächsten Rentrée im Herbst 2014 sollen vier Stunden Französischunterricht auf der 12e und ab 2015/2016 auch auf der 13e der kommerziellen Technikerausbildung gestrichen werden. Die Umsetzung der Reform der Berufslehre führt zur Abänderungen der Stundenpläne. Die Französischlehrer sind empört.

Der Präsident der APFL, Jean-Claude Frisch. (Foto: Tageblatt-Archiv)

“Niemand war im Vorfeld über diese Änderungen informiert”, erklärt Jean-Claude Frisch, der Präsident der “Association des Professeurs de français du Luxembourg” (APFL) gegenüber dem Tageblatt. Von Transparenz könne in diesem Fall keine Frage sein. Frisch bemängelt zudem, dass viele Schüler bereits jetzt Schwierigkeiten mit der französischen Sprache hätten und der Wegfall von vier Unterrichtsstunden dieses Problem nicht lösen, sondern nur noch weiter verschärfen werde.

Unterschiedliche Sichtweisen

Ganz andere Töne hört man von Seiten des Bildungsministeriums. “Die Entwicklung von Kompetenzen in der französischen Sprache gehört zu den Zielsetzungen der administrativen und kommerziellen Sektion”, heißt es in einer Pressemitteilung des Ministeriums. Deshalb sei der Französischunterricht auf 10e und 11e in der kommerziellen Technikerausbildung verstärkt worden.

Der Kurs sei obligatorisch und bestehe aus vier Stunden pro Woche. In den anderen Sektionen habe der Schüler die Wahl zwischen zwei Stunden Deutsch oder Französisch. Auf 12e und 13e soll das Lernen des Französischen im Rahmen der Berufsausbildung, also in konkreten beruflichen Situationen erfolgen. Zudem würden 20 Schulstunden unterschiedlicher Fächer auf der besagten 12e in französischer Sprache unterrichtet, rechtfertigt das Bildungsministerium die Entscheidung. Die Erklärungen können den APFL-Präsidenten nicht überzeugen.

Das Argument des Französischen als Unterrichtssprachen in anderen Fächer revoltiert Frisch sogar. “Man darf nicht vergessen, dass der Sprachenunterricht auch Inhalte vermittelt und dass durch diese schulische Bildung das kritische Denken der Schüler gefördert wird”, so Frisch.

Michelle Cloos/Tageblatt.lu