Am vergangenen Donnerstag (13.02.14) hatte sich der Escher Schöffenrat mit einer ArcelorMittal-Delegation zu Gesprächen getroffen (siehe Tageblatt-Ausgabe vom 14. Februar). Dabei wurde u.a. auch über die Zukunft der im Volksmund „Ronn Bréck“ genannten ehemaligen Eisenbahnbrücke über die Neudorfer Straße diskutiert. Was dabei herauskam, wird so manchen empören.

Die „Ronn Bréck“ hat sich über die Jahrzehnte zu einem kleinen Wahrzeichen von Esch entwickelt. Sicher, die rostige Bogenbrücke ist kein Eiffelturm und mit der „Golden Gate Bridge“ kann es auch nicht konkurrieren, doch viele Escher haben den ausrangierten Zweckbau in ihr Herz geschlossen. Da ist bei folgender Nachricht Herzschmerz vorprogrammiert: Die Brücke wird in absehbarer Zeit abmontiert.

Einst sollte sie als Bestandteil eines „Highway“ genannten Projekts ein zweites Leben bekommen. Dieser „Highway“ war als Weg für Fußgänger und Radfahrer geplant, der den „Dieswee“ mit dem „Schlassgoart“ verbinden und eben über die besagte Brücke führen sollte.

„Eng Fro vun de Prioritéiten“

Aus Kostengründen wird aber daraus jetzt definitiv nichts. 3 Millionen Euro für den Kauf des dafür nötigen Streifens Land samt Brücke, plus voraussichtlich 1 Million Euro für die Umsetzung des Projekts kann die Escher Gemeinde nicht stemmen, erklärt Bürgermeisterin Vera Spautz dem Tageblatt gegenüber. Es sei auch eine Frage der Prioritäten, so Spautz. Und Priorität habe in Esch ganz klar die Schaffung von Schulraum.

Dass aus dem „Highway“-Projekt nun nichts wird, bedeutet ja nicht unbedingt, dass die Brücke jetzt auf einmal verschwinden muss, werden einige nun denken. Doch, das bedeutet es. Denn für das „Highway“-Projekt hätte die Brücke mit großem Aufwand – auch finanzieller Natur – angehoben werden müssen, erklärt Spautz. Die CFL hätte ArcelorMittal nämlich bereits kontaktiert, weil es mit den kommenden Generationen von Zügen schwierig würde, unter der Brücke hindurch zu kommen. Denn, und das wird oft vergessen, die längst stillgelegte „Ronn Bréck“ kreuzt über der Neudorfer Straße eine andere Eisenbahnbrücke.

sz/Tageblatt.lu