In knapp fünfzig Jahren hat sich der Arbeitsmarkt in Luxemburg fast verdreifacht. Arbeiteten 1960 noch 132.700 Personen waren es 2010 bereits 358.600. Das geht aus der jüngsten Studie von Statec hervor.

Der große Umbruch erfolgte im Jahr 1986. Bis zum Jahr 2008 stieg die Beschäftigtenzahl um jährlich 3,4 Prozent an. Der Bedarf an neuen Arbeitskräften konnte jedoch nur dank der Grenzgänger befriedigt werden, da im gleichen Zeitraum die Zahl der Beschäftigten mit Wohnsitz in Luxemburg lediglich um knapp 1,6 Prozent pro Jahr zunahm.

44 Prozent aus Frankreich, Belgien, Deutschland

2010 stellten die französischen, belgischen und deutschen Grenzgänger 44 Prozent der Beschäftigten. 1960 waren es knapp 3 Prozent. Der Anteil der in Luxemburg wohnenden Ausländer erreichte 2010 27 Prozent. Die Luxemburger selbst besetzen nur noch 29 Prozent der Stellen. Die Hälfte der Pendler kommt aus Frankreich, jeweils 25 Prozent leben in Deutschland und Frankreich.

Die französischen Staatsbürger stellten 2010 die meisten Nicht-Luxemburger Arbeitnehmer: 83.700. Die zweitstärkste Nicht-Luxemburger Arbeitnehmergruppe waren die Portugiesen mit 44.600 Personen, dann die Belgier (44.600), die Deutschen (38.700) und die Italiener (8.600). Statec zufolge stammten 95 Prozent aller Nicht-Luxemburger Beschäftigten aus der EU.

Anders als vermutet, blutete Luxemburgs Industrie in den vergangenen Jahrzehnten keineswegs aus. Nur reduzierte sich ihr Anteil an der Gesamtbeschäftigtenzahl dank der Entwicklung des Dienstleistungsbereichs massiv. 1970 beschäftigten die Industriebetriebe 33 Prozent aller Arbeitnehmer, 2010 waren es noch knapp 10 Prozent. Stark rückläufig ist auch der Anteil der Selbständigen am Arbeitsmarkt: von 28 Prozent im Jahr 1960 auf 6 Prozent 2010.

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