Europäische Länder stellten innerhalb des Korps medizinisches Personal und Material bereit, um in Notfällen die schnelle Entsendung von Hilfe zu gewährleisten, teilte die EU-Kommission in Brüssel mit. Bisher haben demnach neun europäische Staaten eine Beteiligung zugesagt.

Das Ärztekorps (European Medical Corps Link) ist eine Folge der anfangs schleppenden Reaktion der internationalen Gemeinschaft auf die Ebola-Epidemie in Westafrika, bei der mehr als 11.000 Menschen starben. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier hatte im Herbst 2014 mit seinem französischen Amtskollegen Laurent Fabius vorgeschlagen, dass die EU in Anlehnung an Blauhelm-Soldaten ein “Weißhelm”-Korps gründet.

“Fliegende Isolationsstation”

Es stellt nun schnell abrufbare Ärzteteams einschließlich mobiler Krankenhäuser, Laboreinrichtungen und Flugzeuge zur Evakuierung von Schwerkranken zur Verfügung. “Wir müssen die Lehren aus der Ebola-Krise ziehen, als sich die Mobilisierung medizinischer Teams als entscheidendes Problem erwies”, erklärte der für humanitäre Hilfe zuständige EU-Kommissar Christos Stylianides.

Er forderte weitere europäische Länder auf, sich zu beteiligen. Bislang haben laut Kommission Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Luxemburg, die Niederlande, Spanien, Schweden und Tschechien Beiträge zugesagt. Stylianides hatte Mitte Januar auch einen Einsatz der “EU-Weißhelme” in der Flüchtlingskrise nicht ausgeschlossen.

Luxemburg stellt neben Personal Spezialflugzeuge für das Ärztekorps zur Verfügung. Die Maschinen gehören zur Flotte der “Luxembourg Air Rescue.” Zwei Jets dienen dabei als “fliegende Isolationsstation” unter anderem zur Evakuierung hochinfektiöser Patienten.

Tageblatt.lu/AFP