So in etwa kann man die Antwort von François Bausch, Minister für nachhaltige Entwicklung und Infrastruktur, auf eine parlamentarische Anfrage des LSAP-Abgeordneten Yves Cruchten interpretieren.

Der Hauptgrund hierfür liegt in der Art und Weise, wie die Autos in Luxemburg besteuert werden. Hierzulande würden Fahrzeuge nach ihren CO2-Emissionen besteuert und nicht aufgrund der im Zuge des Skandals manipulierten Stickstoffwerte (NOx), heißt es in der Antwort des Ministers. Ein direkter Schaden für den Verbraucher sei somit nicht entstanden.

Aufgrund von Aussagen des CEO der Volkswagen-Gruppe, es gebe möglicherweise Unregelmäßigkeiten bei den CO2-Werten, waren mehrere Kontrollen durchgeführt worden. Allerdings konnten keine auffälligen Werte gemessen werden. Sowohl das Ministerium als auch die SNCH würden den weiteren Verlauf der Affäre genauestens verfolgen.
Yves Cruchten verwies im Gegenzug auf eine internationale Studie des International Council on Clean Transportation, die belegt, dass die Autos auf den Prüfständen viel weniger CO2 und damit auch Kraftstoff verbrauchen als unter realen Bedingungen. 2001 hätten Messungen Abweichungen von neun Prozent ergeben. Mittlerweile seien es allerdings durchschnittlich 42 Prozent. Es habe den Anschein, als würde die gesamte Innovationskraft der Autobauer in Tricksereien fließen, um die herkömmlichen Tests zu täuschen, so der Abgeordnete.

Neue Prozeduren notwendig

Doch auch hier sieht der Minister eher schwarz. Die Prüfstände seien momentan streng reglementiert, man sei sich allerdings der Diskrepanzen zwischen Labor und Straße bewusst.

Seit 2015 seien deswegen schon mehrere europäische Gesetze erlassen worden, die die Labortests an die realen Straßenbedingungen anpassen sollen. Zusammen mit neu eingeführten Testsystemen erhoffe man sich in Zukunft realistischere Angaben der Autohersteller.

Sidney Wiltgen