Ein Bauer hat am Samstag in Garnich acht gerissene Schafe auf seiner Weide gefunden. Nach Sichtungen eines wolfsähnlichen Tieres bei Leudelingen könnte es nun den konkreten Beweis für die Präsenz des Raubtiers in Luxemburg geben.

Die Experten der Naturverwaltung waren am späten Samstagabend mehrere Stunden vor Ort, um herauszufinden, ob ein Wolf die Tiere gerissen hat. Denn auch Haushunde sind regelmäßig für solche Vorfälle verantwortlich. In der direkten Umgebung konnte weder ein Beweis für die Anwesenheit eines Wolfs gefunden, noch diese wiederlegt werden.

DNA-Probe soll Beweis erbringen

“Wir haben überhaupt nichts gefunden, was den Wolf ausschließen würde”, erklärt Laurent Schley von der Naturverwaltung. “Das ist an sich auch schon aussagekräftig.” Die Verwaltung gehe auch davon aus, dass das gesichtete Tier nahe Leudelingen ein Wolf gewesen ist. “Aber wir haben noch keinen Beweis.”

Die acht Schafe sind in der Nacht von Donnerstag auf Freitag gerissen worden. Der Bauer fand die Kadaver aber erst am Samstag und informierte dann sofort die Naturverwaltung. Vier DNA-Proben von den Bissen wurden von den Experten an das Senckenberg-Institut Gelnhausen in Deutschland geschickt. Erst nach dem Laborergebnis wird es klar sein, ob der Wolf wieder in Luxemburg ist. Durch den Zeitraum zwischen dem Vorfall und der Entnahme der Probe könnte allerdings kein eindeutiges Ergebnis möglich sein. “Wir hoffen aber, dass von vier Proben eine Klarheit schaffen kann”, erklärt Laurent Schley. Diese Untersuchung kann mehrere Wochen dauern. “Sobald wir mehr wissen, werden wir die Öffentlichkeit auch sofort informieren.”

Weitere Risse möglich

Sollte ein Wolf die Schafe im Raum Garnich gerissen haben, so ist die Anzahl der getöteten Tiere ungewöhnlich. “Kommt es zu einem Angriff auf Nutztiere, werden meist nur ein oder zwei Tiere getötet. Die Schafe haben sich in diesem Fall wohl so aufgeregt, dass der Jagdtrieb des angreifenden Tieres geweckt wurde”, erklärt Laurent Schley. Sollte sich bestätigen, dass es sich um einen Wolf handle, so könnten weitere Risse von Nutztieren folgen. “Wir haben ein Auge auf die Situation”, beruhigt Schley.

Auch Jäger und Förster könnten im Falle einer Wolfspräsenz auf gerissene Wildtiere stoßen. “Wir können allerdings nicht davon ausgehen, dass der Wolf nun fest sein Revier in Luxemburg hat, selbst wenn dieser Riss einen Beweis erbringen würde”, führt Laurent Schley aus, “Denn viele Wölfe sind nur auf der Durchreise, auf der Suche nach einem Partner. Von daher ist es auch wahrscheinlich, dass es sich, wenn es ein Wolf war, um ein Einzeltier handelt.”

Luxemburg ist vorbereitet

Auf Grund seiner Anwesenheit im französischen und deutschen Grenzgebiet seit einigen Jahren beschäftigt das Thema Wolf Luxemburg schon länger. Das Großherzogtum wäre auf diesen Fall vorbereitet: Zusammen mit Akteuren aus dem landwirtschaftlichen Sektor hat die Naturverwaltung einen Aktions- und Managementplan ausgearbeitet. Der sieht im Falle von Wolfsrissen eine finanzielle Entschädigung der betroffenen Landwirte vor. Die Höhe der Entschädigung wird am Wert der Tiere festgemacht, den die Asta ausrechnen wird. Sollte die DNA-Probe keine Klarheit schaffen und den Wolf als Jäger nicht ausschließen, werden 75 Prozent des Tierwerts als Entschädigung gezahlt.

Nach diesem potenziellen Wolfsriss weißt die Naturverwaltung darauf hin, dass Wölfe  in der Regel scheue Tiere sind und den direkten Kontakt zum Menschen meiden. Begegnungen zwischen Mensch und Wolf sind daher äußerst selten, aber nicht unmöglich. In der Regel ziehen sich Wölfe zurück, sobald sie einen Menschen bemerken.

27 Kommentare

  1. Es fehlt bisher jeglicher Beweis, dass ein Wolf sich Luxemburg überhaupt genähert hat. In Deutschland sind sie von Osten her bis zum Raum Hannover gesichtet worden, westlich davon noch nicht.

    Trotzdem werden hier die ersten Flinten geölt . Man könnte ja gleichzeitig die Füchse mit abknallen.

    Man sollte in Ruhe die Laboranalysen abwarten; die Chancen stehen sehr gut, dass wildernde Hunde die Übeltäter waren. Denn davon gibt es garantiert mehr als Wölfe.

    • Die Chance, dass es ein Hund war stehen insbesondere deshalb gut, weil die Proben wie immer durch das UNZERTIFIZIERTE staatlich gepamperte Senckenberg Institut durchgeführt werden, welches auch in Deutschland nur dann nicht “wildernder Hund”schreibt, wenn leugnen unmöglich ist!

  2. Ich seh die Grossstadtnaturschutztheoretiker sind wieder unterwegs… sicher hinterm Computer, mit Sicht auf die Place d’Armes…

  3. Jetzt wird jeder Hundehalter sich überlegen, seinen Hund noch frei laufen zu lassen! In Deutschland sind schon Hunde von Wölfen angegriffen worden die angeleint mit ihrem Herrchen spazieren gingen. Ich dachte Wölfe wären dazu da ein ökologisches Gleichgewicht bei den Wildschweinen zu schaffen? Wir Jäger wären dann überflüssig. Leider wird dieser Wolf, sollte es denn einer gewesen sein, gelernt haben dass eingesperrte Nutztiere viel einfacher zu töten sind als ein ausgewachsener Keiler der eventuell den Wolf von oben bis unten aufschlitzt! Ich sehe aber in meiner Rolle als Jäger keinen Handlungsbedarf. Dies ist eher Sache der Politiker! Ist doch schön und von vielen gewollt dass 50-60kg schwere Raubtiere durch unsere Wald und Wiesen ziehen. Nur schade dass die Medien keine Bilder der getöteten Schafe zeigt damit die Öffentlichkeit sieht wie grausam diese Schafe getötet wurde! Noch nicht einmal flüchten konnten sie da das Gelände eingezäunt war!

    • –>deen ouni Tomaten. “Wir Jäger wären dann überflüssig”. Selbverständlech dir sidd elo schon komplett
      iwerflësseg. Et si jo och schon vill Muppen, Katzen an vléicht Mënschen(?) am Bësch “von einem Keiler von oben bis unten aufgeschlitzt”,worden. O my God …

      • @Jek Hyde
        Wann dier enkéier en deckt Wöldschwein mam Auto ze paaken kritt, dan denkt un äer Wierder! Onverbesserlech Juechtgéigener wäerten et ömmer gin, zumindest bis sie enkéier selwer betraff sin. Ech sin Jeer an ech kucken däer Saach do genösslech no. An der EU hun die Häeren décidéiert dat den Wollef eröm muss zereck an eis Natur. Ok, sin mol gespant wéi dat sech op déi Leit auswierkt déi mat hieren Muppen an den Bösch spazéieren gin an hieren Hond frei lafen lossen! Zermols do wou déi Saach do passéiert ass hei am Land!

        • –> ouni Tomaten. Ok et ass een fir oder géint de Wollef. Mee ass et dann
          net verbueden d’Hënn fréi lâfen ze lossen an den Agglomeratiounen sowuel
          wéi am Bësch?? Ech froen well ech net secher sin.

          • @Jek Hyde
            Un dat Gesetz hällt sech souwiesou keen, leider! Mee zu äerer Info. An Aglomeratiounen an Naturschutzgebieter dierf een op keen Fall Hönn frei lafen lossen. An aneren Gebieter nömmen wann een sein Hond 100% önnert Kontroll huet! An dat hun 99,9% vun den Leit nött! Wann Hönn eng Spuer vun Wöld fannen dann joen sie an follegen hieren Meeschteren nött méi. Mee keen vun den Hondsbesötzer ging zou gin dat sein Hond am Bösch joht! Awer egal, domatter hun mir Jeer eis offond dat dat esou ass. Mir können nött mat jidderengem streiden den sein Hond laafen léisst. Do muss schons jidferreen selwer wössen wat hien mecht. Mee wann dan en Hond Wöld iwert d’Stross nohleeft an hien gött iwerrannt dann ass hien och selwer schold!

  4. Es ist auch nicht ausgeschlossen , dass fanatisierte Jäger die Schafe von speziell abgerichteten Kampfhunden töten liessen um den Hass auf den Wolf zu schüren.

    Also erst mal die Analysen abwarten.

  5. Wellef gehéieren net an eis dicht besiedelt Kulturlandschaft. A wan et nemmen ass, fit dass d’Leit ouni Suergen an d’Gewaan oder an de Besch kenne gon oder roueg schlofe kennen, ouni ze färten, dass se hir Hénger, Kanéngercher, Schof, Kaalwer oder soss Béischt geholl kréien.

    Robert Steffes

  6. Sollen jetzt die Züchter ihre Umzäunung 2meter hoch machen und einen 1/2 meter in den Boden eingraben damit das nicht mehr vor kommt? Der finanzielle Aufwand wäre nicht zu rechtfertigen da die Züchter mehrere Jahre ihre Aufzucht verkaufen müssten, nur um die Umzäunung zu finanzieren! Es ist eine essentielle Frage: Gehört der Wolf in unser Biotop ja oder nein? Diese Frage muss sich jeder selbst stellen und beantworten! Dann noch eine Frage: Waren unsere Großeltern so dumm als sie die Wölfe aus unserer Gegend vertrieben oder wussten sie was sie taten?

  7. Vor Jahren habe ich miterlebt, wie ein Malamut einen ganzen Hühnerstall riss.Dieser Malamut sehr menschenbezogen, sehr kinderfreundlich war seinem Trieb der Jagd erlegen.Nicht nur dass solche Hunde dem Wolf ähnlich sehen, ihr Jagdtrieb sehr schnell geweckt , wer sagt uns also ob herumstreunender Hund oder Wolf.Reine Panikmache, doch hütet euch vor den menschlichen Wölfen in Schafspelzen.

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