“Es wird nicht passieren. Es sei denn, Griechenland verletzt alle Auflagen und hielte sich an keine Vereinbarung”, sagte Juncker in einem am Samstag veröffentlichten Interview der “Tiroler Tageszeitung”. Er gehe davon aus, “dass Griechenland versuchen wird, seine Anstrengungen zu verdoppeln und die gesteckten Ziele zu erreichen”. Daher gebe es keinen Anlass zur Annahme, “dass dieses Ausstiegsszenario relevant werden kann”. Einen griechischen Euro-Austritt hält Juncker für “technisch gestaltbar”, politisch jedoch nicht.

Griechenland verspricht sich von einem zeitlichen Aufschub für seine Sparvorgaben einem Zeitungsbericht zufolge eine schnellere Erholung von der Schuldenkrise. Die das fünfte Jahr in Folge in der Rezession steckende Wirtschaft könnte nach Berechungen der Regierung schon 2014 wieder wachsen, sollte das Land wie gefordert zwei Jahre mehr Zeit zum Erreichen der Defizitziele erhalten, schrieb das Blatt “Imerisia” am Samstag unter Berufung auf nicht genannte Vertreter des Finanzministeriums. Demnach sei im nächsten Jahr mit einem Schrumpfen der Wirtschaftsleistung von 1,5 Prozent und einem Wachstum von zwei Prozent 2014 zu rechnen. Ohne die Fristverlängerung sei 2013 ein Minus von 4,5 Prozent und eine Erholung nicht vor 2015 zu befürchten.

Bislang schreiben die mit schmerzhaften Einschnitten verbundenen Sparvorgaben der Geldgeber von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds einen Abbau des Defizits unter die EU-Obergrenze von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts bis Ende 2014 vor, von geschätzten 9,3 Prozent in diesem Jahr. Gegner der harten Auflagen kritisieren, dass damit auch die Wirtschaft weiter abgewürgt wird. Ministerpräsident Antonis Samaras dürfte für einen Fristaufschub auch bei seinem Treffen mit Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker am Mittwoch in Athen und seinem Besuch bei der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel am Freitag in Berlin werben.

dapd/Reuters/Tageblatt.lu