Ein möglicher Fall von Polizeigewalt im Amt hat die Staatsanwaltschaft Trier auf den Plan gerufen. Die Ermittler prüfen ein Video, das einen Beamten zeigen soll, der nachts in der Eifel nach einer Verfolgungsjagd einen Mann geschlagen habe.

Die Staatsanwaltschaft Trier ermittelt nach eigenen Angaben gegen einen Bundespolizisten wegen des Verdachts auf Körperverletzung im Amt. Die Behörde bekam nach eigener Auskunft am Mittwoch ein der Polizei in Prüm anonym übermitteltes Video, das laut Staatsanwaltschaft die Festnahme eines Mannes durch Bundespolizisten in der Nacht zum Montag in der Kleinstadt in der Eifel zeigt. Dabei sei zu sehen, wie ein Beamter dem festgenommenen Mann mehrere Schläge mit einem Gegenstand und Tritte versetzt habe, nachdem der Mann aus einem Auto herausgezogen worden sei. Dieser soll laut Staatsanwaltschaft Widerstand geleistet haben.

Vorausgegangen war eine Verfolgungsfahrt. Der Fahrer eines Autos mit französischem Kennzeichen hatte sich der Staatsanwaltschaft zufolge einer Kontrolle der Bundespolizei auf der Autobahn A60 nahe der deutsch-belgischen Grenze entzogen. Die Beamten verfolgten den Wagen längere Zeit mit zwei Fahrzeugen. Nach den Angaben raste das flüchtende Auto mit hohem Tempo und gefährlichen Fahrmanövern davon, bis die Polizisten es auf dem Hahnplatz in Prüm stoppen konnten. Dabei sei es mit einem Polizeiwagen zusammengestoßen.

Kleinere Mengen Marihuana und Haschisch im Auto

Die Beamten nahmen laut Staatsanwaltschaft die drei Franzosen im Alter von 22 bis 26 Jahren in dem Auto vorläufig fest. Sie hätten mehrere Behältnisse mit kleineren Mengen Marihuana und Haschisch in dem Fahrzeug gefunden. Gegen das Trio wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz und wegen verschiedener Verkehrsdelikte eingeleitet. Der Führerschein des Fahrers wurde beschlagnahmt.

Die drei Franzosen kamen laut dem Leiter der Trierer Staatsanwaltschaft, Peter Fritzen, wieder auf freien Fuß. Der beschuldigte Beamte sei am Mittwoch vorerst noch nicht befragt worden, weil die Ermittlungen gerade erst begonnen hätten. Das Video kursiere im Internet, daher seien die Medien rasch informiert worden, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt. Das Video werde kriminaltechnisch aufbereitet, damit Details besser zu erkennen seien.

Kommentieren Sie den Artikel


Please enter your comment!
Please enter your name here