Der chinesische Flughafen Zhengzhou streckt seine Arme aus und ist weltweit auf der Suche nach neuen Partnern. Künftig will der defizitäre Hunsrück-Airport eng mit dem chinesischen Flughafen Zhengzhou zusammenarbeiten und so mehr Flüge an Land ziehen. Ein entsprechender Kooperationsvertrag wurde am vergangenen Freitag offiziell unterzeichnet.

In Luxemburg wusste man zunächst nichts von dem Deal. Am Montag reagierte die Regierung auf das Abkommen. Verkehrminister François Bausch spricht von einem PR-Coup des Flughafen Hahn. “Schließlich stehe der Airport mit dem Rücken zur Wand,” so Bausch.

“Wir warten ab”

Bausch fürchtet keine Konsequenzen für den Standort Luxemburg. “Eine Frachtverschiebung vom Findel über den Flugafen Hahn nach China wird es nicht geben,” sagt Bausch am Montag. Der OGBL ist da vorsichtiger. “Wir warten ab und passen genau auf, wie sich die Situation am Flughafen Hahn entwickelt,” betont Gewerkschaftsvertreter Hubert Hollerich.

Wegen fehlender Flugrechte musste der geplante Jungfernflug einer Cargolux-Frachmaschine am 24. April in die chinesische Industriestadt Zhengzhou abgesagt werden. Minister Bausch sowie Vertreter der Cargolux warteten damals vergeblich auf die Maschine in China. Der Verkehrsminister hofft, dass für den neuen Termin am 29. Mai alles klappt. “Es laufen derzeit Verhandlungen für weitere Landerechte für Zhengzhou. Zhengzhou ist der Heimatflughafen des chinesischen Projektentwicklers HNCA, der vor kurzem in das Kapital der Cargolux eingestiegen war.

Flüge verdoppelt

Die Zusammenarbeit mit dem Flughafen in Zhengzhou, der Hauptstadt der chinesischen Provinz Henan, läuft unter dem Namen “World Cargo Airports Alliance”. Unterstützt wird sie von dem Unternehmen BST Logistics, das Frachtflüge organisiert. Im Zuge der Kooperation soll die Zahl der Flüge zwischen dem Hunsrück und Zhengzhou von derzeit drei pro Woche in den kommenden zwölf Monaten verdoppelt werden.

Tageblatt.lu