Kampagne gegen Ringbetreiber

04. Januar 2011 16:45; Akt: 05.01.2011 04:41 Print

\"Rennstrecke vom anderen Quatsch trennen"

NÜRBURG - Mit einer Internetkampagne machen Kritiker des Nürburgringausbaus gegen die neuen Betreiber mobil.

Der Ausbau der Traditionsrennstrecke stößt aus Widerstand

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Über 36 000 Fans hat die Bewegung unter dem Slogan «Save The Ring» in rund einem Monat im sozialen Netzwerk Facebook gesammelt, wie Mitinitiatorin Sabine Schmitz am Dienstag der dpa sagte. Zuerst hatte die «Rhein-Zeitung» darüber berichtet. Die Gruppe will Druck ausüben: "Ziel ist, die Rennstrecke vom übrigen Quatsch zu trennen", sagte Schmitz mit Blick auf ein Hotel und einen Freizeitpark, die die Nürburgring Automotive GmbH neben dem Kurs betreibt. Der Vorwurf: Dieses Konzept schade dem Motorsport, lokale Firmen würden zudem aus dem Geschäft gedrängt.

Schmitz betreibt selbst ein Renntaxi und ein Gästehaus an der Eifel-Rennstrecke. Sie befürchtet: "Ich werde die nächste sein." Eine Online-Petition soll helfen, ein Einschreiten der EU-Kommission gegen die Geschäftsstrukturen zu bewirken. 2.000 Unterschriften seien in nur zwei Tagen gesammelt worden, hieß es in dem Zeitungsbericht.

Kritik zurückgewiesen

Automotive-Sprecherin Stefanie Hohn wies die Kritik zurück. Das Unternehmen wolle, dass die ganze Region vom Nürburgring profitiere. Als Beleg führte sie Kooperationsangebote etwa für Hotels und Pensionen an. Grundsätzlich gelte: «Hier kann jeder am Ring mitverdienen», sagte Hohn der dpa. "Aber sicherlich haben unsere eigenen Angebote Priorität." Die Kampagne für den Erhalt der Rennstrecke werde bei der Automotive «erstmal als etwas Positives» gesehen. Mitarbeiter seien aber schon auf der Facebook-Seite «in den Dialog eingestiegen», um einem Imageschaden entgegenzuwirken.

Die Privatfinanzierung des umstrittenen Ringausbaus für rund 330 Millionen Euro scheiterte im Sommer 2009 spektakulär. Die Staatsanwaltschaft ermittelt bis heute gegen mehrere Manager. Seit Mai 2010 betreiben der Hotelier Jörg Lindner und Geschäftsmann Kai Richter in der Nürburgring Automotive GmbH die weitgehend landeseigene Rennstrecke samt Freizeitpark und anderer Attraktionen.

(dpa/lrs)