Das französische Magazin “60 millions de consommateurs” hat eine Studie unternommen und herausgefunden, dass zahlreiche Windel-Marken toxische Stoffe enthalten, sogar in Produkten, die als umweltfreundlich gekennzeichnet sind.

Rückstände der vermutlich oder nachweislich giftigen Substanzen habe man bei den meisten Windel-Marken nachweisen können, schreibt das Magazin am Dienstag auf seiner Internetseite. Dies sei eine beunruhigende Tatsache, so “60 millions de consommateurs”.

Zehn von zwölf sind giftig

Von zwölf getesteten Windeln, darunter auch die mit dem Label “umweltfreundlich”, konnten bei zehn Marken die Rückstände von mindestens einer schädlichen Substanz nachgewiesen werden, heißt es in der Studie. Darunter auch eine Art Nervengift wie beispielsweise Toluol oder Styrol. Diese wurden in neun der zwölf getesteten Produkte gefunden.

Die Studie betont, dass die nachgewiesenen Werte unter den erlaubten Grenzwert liegen, allerdings würden diese Grenzwerte nur im Falle des Einatmens gelten. Man wisse nicht genau, welche Auswirkungen diese Stoffmengen in direktem Hautkontakt haben.

Pestizide nachgewiesen

Die Giftstoffe gelangen der Studie zufolge möglicherweise durch die chemische Behandlung des Herstellungsmaterials in die Windeln.

Bei der Marke “Carrefour”, die mit dem Label “Eco Planet” gekennzeichnet ist, konnten sogar Spuren des Herbizids Glyphosat nachgewiesen werden. Dieses Herbizid gilt als krebserregend.

Auch bei der Marke Pampers “Baby Dry” wurden zwei Arten von Pestiziden nachgewiesen, die ebenfalls als möglicherweise krebserregend eingestuft werden. Zudem wurden in diesen Windeln auch Dioxine und ähnliche Giftstoffe nachgewiesen. Sie können das hormonelle System des Kleinkindes beeinträchtigen, so die Analyse von “60 millions de consommateurs”.

Pampers dementiert

Pampers hat dem Magazin zufolge auf Anfrage hin dementiert, dass sich solche Substanzen in ihren Produkten befinden.

Nur bei zwei der zwölf getesteten Marken wurden keinerlei giftige Substanzen gefunden, teilt das Magazin mit. Zu diesen Marken gehöre ein Produkt, das durch E.Leclerc vertrieben werde und die Windeln “Love&Green”.

Das Magazin bedauert zudem, dass es keine Vorschrift gibt, wie bei zahlreichen kosmetischen Artikeln, die dazu verpflichtet, alle Komponenten und Substanzen, die zur Produktion der Windel genutzt werden, auf der Verpackung aufzulisten.

Tageblatt.lu