Hitzewelle in Spanien

10. August 2012 16:35; Akt: 10.08.2012 17:01 Print

Brände in Griechenland, Portugal, ItalienBrände in Griechenland, Portugal, Italien

In Griechenland, Spanien und Portugal herrscht vielerorts extreme Trockenheit. Die Gefahr von Waldbränden bleibt hoch. Auch in Italien erschwert die Gluthitze die Löscharbeiten.

  • Artikel per Mail weiterempfehlen

In Griechenland tobten auf der Halbinsel Chalkidiki im Norden noch Brände, in Portugal kam ein Feuerwehrmann in den Flammen ums Leben. Die Behörden in Spanien riefen wegen einer Hitzewelle für Teile des Landes die höchste Alarmstufe aus. Dutzende Brände hielten die Einsatzkräfte in Italien in Atem.

In der Gegend von Córdoba in Südspanien wurden für Freitag Höchstwerte von bis zu 45 Grad erwartet. In Städten wie Madrid, Sevilla, Badajoz oder Saragossa sollte es bis zu 44 Grad heiß werden. Das Wetteramt gab für mehrere Provinzen im Zentrum und Süden des Landes die "Alarmstufe rot". Um 14.00 Uhr erreichten die Temperaturen in Andújar (bei Jaén in Andalusien) 43, in Córdoba 42,3, Sevilla 40,7 und Madrid 38,7 Grad.

Heißluftfront aus Afrika

Die Hitze bedeutete eine extrem hohe Waldbrandgefahr. Das Risiko wurde noch dadurch erhöht, dass der Sommer in ganz Spanien bisher ungewöhnlich trocken war. In der Gegend von Cuenca östlich von Madrid kämpften die Löschmannschaften am Freitag gegen ein Feuer, das 300 Hektar Wald und Buschland vernichtete.

Nach Angaben der Meteorologen sollte die Hitzewelle, die von einer Heißluftfront aus Afrika ausgelöst worden war, am Freitag ihren Höhepunkt erreichen. Am Donnerstag waren in Córdoba über 42 und in Madrid über 40 Grad gemessen worden.

67.000 Hektar Wald in Portugal zerstört

Bei Waldbränden in Portugal starb ein Feuerwehrmann. Der 53-Jährige sei am Donnerstag bei Figueiró dos Vinhos knapp 200 Kilometer nördlich von Lissabon in seinem Fahrzeug von den Flammen eingeschlossen worden, berichteten Medien am Freitag unter Berufung auf den Zivilschutz. Am Freitag wütete den amtlichen Angaben zufolge noch ein Waldbrand in der nordöstlichen Gemeinde Algoso, 30 Kilometer von der spanischen Grenze entfernt. Bis Ende Juli hatten die Brände in Portugal nach offiziellen Angaben gut 67.000 Hektar Wald zerstört. Das sei drei Mal mehr als im Vorjahr, hieß es.

In Griechenland konnten Feuerwehr und Löschflugzeuge am Freitag mehrere Waldbrände im Norden und Süden des Landes zum Teil unter ihre Kontrolle bringen. Die Flammen auf der Halbinsel Chalkidiki bedrohten nach Feuerwehrangaben keine bewohnten Gebiete mehr. Das Feuer habe dort seit Mittwoch nach Schätzungen der örtlichen Behörden 300 Hektar Wald und landwirtschaftlich genutztes Land zerstört. Ein anderer Großbrand auf der Halbinsel Peloponnes ist anscheinend unter Kontrolle. Dort waren am Dienstag und Mittwoch sieben Menschen verletzt worden.

Allein am Donnerstag wurden in Italien 108 Waldbrände registriert - vor allem in den Regionen Kampanien und Latium, wie die Nachrichtenagentur Ansa am Freitag berichtete. Die Gluthitze in weiten Teilen Italiens erschwerte die Löscharbeiten. Vor allem im Süden wurden Werte jenseits der 40-Grad-Marke erreicht. Am Wochenende war laut Vorhersagen eine leichte Abkühlung zu erwarten.

(dpa/Tageblatt.lu)