Syrische Regierung

25. Juli 2012 10:37; Akt: 25.07.2012 11:22 Print

Verstärkung für AleppoVerstärkung für Aleppo

In Syrien gibt es weiter heftige Kämpfe. Das Regime schickt neue Truppen nach Aleppo. Die Angst vor Chemiewaffen ist weiter groß. Die Opposition soll sich Gedanken über eine Übergangsregierung machen, meint US-Außenministerin Clinton.

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In Syrien wird weiter heftig gekämpft. Die Rebellen sollen die Verstärkung der Regierungstruppen angreifen, die auf dem Weg nach Aleppo sei, erklärte ein Sprecher der Freien Syrischen Armee dem US-Nachrichtensender CNN am Mittwoch. Das Regime habe etwa 2000 voll ausgerüstete Soldaten mit Panzern und Artillerie aus Idlib abgezogen und nach Aleppo in Marsch gesetzt, meinte der Sprecher.

Die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter und Rebellen meldeten bereits am Dienstag schwere Gefechte in Teilen Aleppos. Kampfhubschrauber und Panzer beschossen diesen Angaben zufolge Vorstädte der Millionenmetropole, in denen die Aufständischen in den vergangenen Tagen die Kontrolle übernommen hatten. Zuvor hatten die Regimetruppen bereits Viertel der Hauptstadt Damaskus zurückerobert. Das Staatsfernsehen berichtete, der größte Teil der Hauptstadt sei wieder unter Kontrolle der Regierung.

Schüsse auf Gläubige

Syrische Regierungstruppen schossen nach Angaben von Aktivisten in der nordwestlichen Stadt Hama in eine Menge von Gläubigen. Diese wollten am Dienstagabend zum Ramadan-Gebet eine Moschee betreten, hieß es. Dabei seien 25 Menschen getötet und mindestens zehn weitere verletzt worden, sagte ein syrischer Aktivist aus dem Norden Libanons der Nachrichtenagentur dpa.

US-Außenministerin Hillary Clinton forderte die Opposition auf, sich auf die Zeit nach dem Ende des Assad-Regimes vorzubereiten. Clinton sagte am Dienstag in Washington, die Opposition müsse damit beginnen, eine Übergangsregierung aufzubauen. Die USA wünschten sich ein "demokratisches, friedliches und pluralistisches" Syrien sagte die Außenministerin.

"Demokratisches und freies Syrien"

Der geflüchtete Brigadegeneral Manaf Tlass rief seine Landsleute zum Aufbau eines "demokratischen und freien Syrien" auf. Bei seinem ersten Auftritt im Fernsehen nach seiner Flucht bekannte sich Tlass als Deserteur und mahnte die Syrer am Dienstag im arabischen Sender Al-Arabija zur Geschlossenheit.

Unterdessen sagte sich nach Angaben des arabischen Nachrichtensenders Al-Dschasira die syrische Geschäftsträgerin in Zypern, Lamia al-Hariri, vom Regime los. Der abtrünnige frühere Botschafter Syriens in Schweden, Bassam Imadi, sagte dem Sender, das Überlaufen der Diplomatin sei wichtig, weil al-Hariri die Nichte des Vizepräsidenten Faruk al-Scharaa sei.

Israel warnt

Israel sieht in dem syrischen Chemiewaffen-Arsenal eine Bedrohung und warnt vor einer militärischen Eskalation. Sollten chemische Kampfmittel in die Hände der islamistischen Hisbollah gelangen, sei sein Land zum Krieg bereit, sagte Israels Außenminister Avigdor Lieberman am Dienstag in Brüssel. "In dem Moment, wo wir sehen, dass die Syrer chemische und biologische Waffen an die Hisbollah geben, ist das eine rote Linie für uns und aus unserer Sicht ist das ein klarer Casus Belli (Kriegsgrund)." Sein Land hoffe für diesen Fall auf das Verständnis der internationalen Gemeinschaft.

Auch US-Präsident Barack Obama warnte Syrien eindringlich. Die Machthaber in Damaskus sollten keinen "tragischen Fehler" begehen und diese Waffen einsetzen, sagte er in Nevada. "Die Welt schaut zu." Und sie werde das Regime zur Verantwortung ziehen, mahnte Obama am Montag.

Chemiewaffen-Einsatz?

Nach heftigen internationalen Reaktionen korrigierte das Regime seine Aussagen zu einem möglichen Einsatz von Giftgas: Man würde "niemals chemische und biologische Waffen nutzen", erklärte Außenamtssprecher Dschihad Makdissi nach Angaben des staatlichen syrischen Fernsehens am Dienstag. Am Vortag hatte er erklärt, Syrien werde Chemiewaffen zwar nicht gegen die Aufständischen im eigenen Land, wohl aber gegen "äußere Aggressoren" einsetzen. Die Aussage war im Ausland als Drohung verstanden worden, zumal das Regime von Präsident Baschar al-Assad nicht müde wird, die Rebellion als "vom Ausland gesteuert" zu brandmarken.

Nach Einschätzung des israelischen Militärs hat die syrische Führung momentan noch die volle Kontrolle über das gefährliche Chemiewaffenarsenal im Land. Der israelische Generalstabschef Benny Ganz sagte, es sei jedoch möglich, dass Syrien diese Waffen gegen die eigenen Bürger einsetzen oder an die pro-iranische libanesische Hisbollah weitergeben könnte.

Waffen sicher lagern

Die Militärführung in Damaskus verlegt die Kampfstoffe offenbar in Regionen, die von den Aufstandsgebieten weiter entfernt sind. "Es ist nur natürlich, dass diese Waffen, insofern sie existieren, sicher gelagert werden", wurde der Außenamtssprecher zitiert.

Nach Angaben von syrischen Rebellen transportierten Regierungstruppen Chemiewaffen zu grenznahen Flugplätzen. "Jetzt haben wir handfeste Informationen, dass Assad einige dieser Waffen mit der Ausrüstung zur Mischung chemikalischer Komponenten auf Flugplätze nahe der Grenze verlegt hat", sagte Brigadegeneral Kassem Saeddine von der Freien Syrischen Armee (FSA) Al-Dschasira. Syrien wolle damit Druck auf die internationale Gemeinschaft ausüben.

Vorbereitung notwendig

Chemiewaffen können nicht ohne Vorbereitung eingesetzt werden. Verschiedene Chemikalien müssen zusammengebracht und in Bomben oder Granaten mit speziellen Zündern gefüllt werden. Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums hat Syrien mehrfach Chemiewaffen getestet.

Eingesetzt werden können die Kampfstoffe demnach in Bomben oder Raketen mit gut 300 Kilometern Reichweite. Sie könnten damit das Nato-Land Türkei oder Israel treffen.

(dpa/Tageblatt.lu)

  • A.Hoffmann am 25.07.2012 14:51 Report Diesen Beitrag melden

    Den Irak net vergiessen.

    Krichsdreiwer aus de Finanzen aus dem Weste sinn dach déi schlëmmste Mäerder a Gängster, wann se elo Publizitätskampagne lancéieren, Syrien géif C-Waffen asetze wëllen. Hoffentlech gleeft kee normale Bierger dee kriminelle Blödsinn, de Bush dee kritt bestëmmt eng Laachkris, mat esou Topeschkeeten huet hie mat Hëllef vu Nato an aner Säbelrassler den Irak kuerz a kléng geschloen.