Arcelormittal-Belval

05. Juli 2012 15:05; Akt: 06.07.2012 17:51 Print

Mit Altreifen Stahl erzeugenMit Altreifen Stahl erzeugen

Das Umweltministerium hat ArcelorMittal grünes Licht zum Verbrennen von Altreifen im Elektroofen von Belval gegeben. Ehemalige Kritiker haben nun keine Bedenken mehr.

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Gebrauchte Reifen werden zerkleinert, um anschließend im Elektorofen von ArcelorMittal verbrannt zu werden. (Bild: ArcelorMittal)

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Am Standort Belval werden anstelle von Kohle nun im Elektroofen gebrauchte Reifen verbrannt. So können CO2 –Emissionen reduziert und ein Beitrag gegen die globale Erwärmung geleistet werden, so das Unternehmen am Donnerstag. Das Umweltministerium hatte dem Stahlproduzenten im April die Erlaubnis erteilt, bis 2024 Altreifen zu verwerten. Das Unternehmen hatte bereits 2007 in einer Testphase Altreifen bei der Stahlproduktion verwendet. 2009 erhielt der Stahlkonzern dann die Erlaubnis, von 2009 bis 2011 gebrauchte Reifen zu nutzen. Ein Begleitausschuss bestehend aus dem Mouvement Ecologique, ArcelorMittal, der Bürgerinitiative "Stop Dioxin" und den Gemeinden Esch, Differdingen Sanem und Schifflingen, wurde eingesetzt.

„Die Verwendung von Schrott im Stahlproduktionsprozess ist einer der Vorteile von elektrischen Lichtbogenöfen, wie ArcelorMittal sie in Luxemburg betreibt. Der zusätzliche Einsatz von gebrauchten Reifen, deren Schadstoffemissionen in die Atmosphäre respektiert werden, zeigt umweltfreundlichere Produktionsmethoden auf, die von dem Unternehmen angewandt werden. Das zeigt, dass nachhaltige Stahlproduktion eine Zukunft in Luxemburg hat“, zitiert ArcelorMittal Marco Schank, Minister für nachhaltige Entwicklung und Infrastruktur, in ihrer Pressemitteilung am Donnerstag.

Reifen - die bessere Alternative

In Elektroofen wird Kohle verbrannt, um die Schrottoxidation zu vermindern. Da sich Reifen auch aus Kohlenstoff zusammensetzen, bieten sie sich als bessere Alternative zur Kohle im Stahlproduktionsverfahren an. Der Grund: Der in den Reifen enthaltene Kohlenstoff verbindet sich mit dem umgebenden Sauerstoff und verhindert die Schrottoxidation. Der in den Reifen enthaltene Stahl kann im Stahlbad wiederverwertet werden.

In den Reifen befindet sich unter anderem auch eine geringe Menge an Zink. Letzteres verdampft und wird durch das Staubabsaugungssystem aufgefangen. Im Ofen wird das Zink dann gemeinsam mit dem Staub verarbeitet. Durch dieses Verfahren können gebrauchte Reifen wiederverwertet werden anstatt auf der Deponie zu landen.

"Die Wiederverwertung von Altreifen ist im Hinblick auf unsere Umwelt eine gute Lösung. Aus diesem Grund hat der Mouvement Ecologique dem Verfahren zugestimmt", sagt Françis Hengen, Präsident des Mouvement Ecologique Bezirk Süden. "Dennoch bemängeln wir die Wartung der Elektroöfen. Die Filter sollten öfter gereinigt oder ersetzt werden, da wir festgestellt haben, dass die PAK-Werte (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) noch zu hoch sind und das Gemüse in den Gärten der Nachbarschaft belastet ist. Der Grund hierfür ist die zu hohe Stahlproduktion die bei 1.200.000 Milionen Tonnen Stahl im Jahr liegt. Wir fordern, dass diese auf eine Million reduziert wird", so Françis Hengen.

755 Tonnen Reifen verwertet

„Messungen während der in Belval durchgeführten Versuchsphase ergaben, dass weder die Gas- noch Staubemissionsmenge negativ durch die Verwertung von Abfallreifen als Anthrazitersatz in elektrischen Elektroofen beeinflusst werden“, so ArcelorMittal in ihrem Schreiben. Der Stahlkonzern hat im vorherigen Jahr bereits 755 Tonnen gebrauchter Reifen im Stahlproduktionsverfahren verwertet, was mehr als 75.000 Autoreifen gleichkommt.

Ursprünglich geht die Idee der Wiederverwertung alter Reifen in Elektroöfen auf das Jahr 2000 zurück. Im ArcelorMittal Untersuchungszentrum Maizières führte man bereits Tests mit gebrauchten Reifen durch.

(ona/Tageblatt.lu)

  • Marc Waltener am 07.07.2012 08:30 Report Diesen Beitrag melden

    Bonjour, Bis virun e puer Joer sinn och alt mol Pneuen um Buergsonndeg verbrannt ginn. Do ass et elo verbueden. Dat waren der vläicht 100 iwert d'ganzt Land, elo wäerten et der honnertdausende sinn, an elo profitéiert eis Ëmwelt dovun. Dat ass dach richteg schéin. Ech freeë mech schonns drop. Marc

  • dubois micheline am 06.07.2012 22:32 Report Diesen Beitrag melden

    Altreifen sind auch eine Resource die zu Ende gehen wird. Mein Vater hat über 50 Jahre in Belval gearbeitet. dubois lucien. Wir 7 Kinder wohnten keine 200 Meter hinter den Hochöfen in Beles-Brillstrasse. Die gesundheitlichen Belastungen vom Staub und Strahlungen sind bis heute geblieben. Nein danke. Ihr belastet die Umwelt heute noch wesentlicher mit der Altreifen-Verbrennung und vergeudet die Resourcen. Schade, der Minett hat auch was Besseres verdient. Er ist landschaftlich einer der schönsten Fleckchen der Erde. Schade dass die Bürger sich nicht wehren gegen ein paar Geldgierige.

    • Waltraud Könner am 07.07.2012 09:36 Report Diesen Beitrag melden

      Sehr geehrte Mme. Dubois, da war ich nun gerade sehr erbaut, weil aktuell informiert über diesen ausführlichen Bericht; der doch sehr positiv in vielem klingt. Nun, Ihr persönlicher Beitrag dazu, relativiert diese "Erkenntnisse", sodass wir uns wohl alle damit abfinden müssen: Irgendwem schadet irgendwas immer und wir müssen froh sein, dass wenigstens versucht wird - so jedenfalls klingt es -, unsere Welt "zu retten"! - Natürlich...; umsonst? ist nicht mal der Tod. Paradiesisch . . wird's nie wieder. Wollten wir das denn . .? Mit zuversichtlichem Gruß - eine vermutlich Gleich-gesinnte...

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