Sie liebe die Bewegung, so die Künstlerin Chantal Blasen. So ist es auch die Bewegung, die auf fast allen Bildern der momentanen Ausstellung dargestellt wird, und dies in Form von Tänzerinnen, Ballerinen und Musikern. „Da die Ausstellung in einem Theater ist, war das für mich naheliegend“, sagt die Künstlerin.

Die Expo

Die Ausstellung läuft noch bis zum 1. Juli, Mittwoch bis Sonntag von 15.00 bis 19.00 Uhr im 2. Stock des Escher Theaters

So stellt die bildende Kunst ihre beiden künstlerischen Schwestern Tanz und Musik dar. Es entsteht ein Ganzes, das sich zwischen Abstraktion und Figuration bewegt. So haben einige gemalte Figuren gar keine Gesichter, bewegen sich vollkommen in der Anonymität, andere bestechen durch ihre sehr persönlichen Gesichter.

So z.B. auf dem Bild „Les Sons du Métro“, einem großen Bild, das eine Straßenmusikantin mit ihrem Akkordeon in der vollen abendlichen U-Bahn darstellt. Ihr Gesicht drückt Unsicherheit und Traurigkeit aus, das des Mannes neben ihr mit seinem Hut und dem schwarzen Mantel Müdigkeit und Niedergedrücktheit nach einem langen Arbeitstag. Eine Szene, die vermutlich schon jeder in einer U-Bahn in einer Großstadt miterlebt hat: die Anonymität der Stadt, die moderne Hektik, durch die Menschen wie die Straßenmusikantin auf der Strecke gelassen werden.

Um die Bilder zu malen, printet Chantal Blasen sich selbst gemachte oder im Internet gefundene Fotos in Schwarzweiß aus und kreiert dann daraus ihr Werk. Da sie auch oft selbst ihre Leinwände bespannt, kommt es vor, dass sie vom Foto bis zum späteren Bild alles selbst macht, so Blasen.

Im Laufe der Arbeiten zu „Dancing Colours“ hat sich die Künstlerin drei Wochen in die Kunstakademie Trier zurückgezogen, um zu arbeiten, und hat auch diese Zeit in Trier gelebt. Von 2010-2017 hat sie in Trier Malerei studiert und lobt die Akademie noch heute.

Auf und hinter der Bühne

In dieser Ausstellung hat sie viele klassische Ballerinen gemalt, doch nicht nur die Glamourwelt auf der Bühne, wie die Künstlerin es bezeichnet, sondern auch die harte und dunkle Seite dieses Berufs. So ist auch eine Serie von kleineren Bildern mit den Tanzschuhen der Ballerinen entstanden. Ein Schuh ist voller Blut und zeigt die körperliche Selbstpeinigung und den Schmerz. Obwohl sich diese Serie nur um die Schuhe dreht, sind die Bilder sehr gefühlvoll und die Schuhe erzählen regelrecht eine Geschichte.

Zwei andere Werke zeigen Tänzerinnen in ihrem Tutu, wie sie müde dasitzen, den Kopf abgewandt. Daraus sind sehr feinfühlige Bilder entstanden, die auch durch ihre stimmigen Farbkontraste leben: Der dunkle Hintergrund, auf dem sich die hell gekleidete Ballerina in ihrem weißen Rock abhebt.

Zwei weitere Bilder zeigen eine rauchende Ballerina und einen männlichen Tänzer mit Zigarette. Die Bilder der Musikanten sind oft farbenfroher und etwas abstrakter geraten.

Vera Bönner