Jean-Claude Knebeler ist seit September 2016 Luxemburgs Botschafter in der Russischen Föderation. Seine Ernennung zu dem diplomatischen Spitzenposten sorgte hinter verschlossenen Türen allerdings für heftige Diskussionen. Immer wieder war von einem “Sicherheitsproblem” die Rede.

Knebeler ist mit einer Russin verheiratet. Sie war jahrelang Sekretärin des umstrittenen russischen Oligarchen Witali Malkin. Geldwäsche und illegaler Waffenhandel, so lautete der Vorwurf der kanadischen Regierung vor einigen Jahren.

Enge Verbindungen

Malkin pflegt bis heute enge Wirtschaftsbeziehungen mit Geschäftsleuten in Luxemburg. Dabei kam es auch zu der Beziehung zwischen Jean-Claude Knebeler und der Sekretärin. Knebeler gilt als enger Vertrauter des früheren Wirtschaftsministers Jeannot Krecké. Unter ihm arbeitete er auch mehrere Jahre im Wirtschaftsministerium. 2013 wechselte er in die Diplomatie. Vor seinem Botschafterposten war Knebeler Generalkonsul in New York.

Witali Malkin hatte bis vor wenigen Jahren noch eine Haus in der Montée de la Pétrusse in Luxemburg-Stadt. Nach Tageblatt-Informationen stand das Gebäude unter Beobachtung.

Strenge Sicherheitsüberprüfungen

Staatsbeamte müssen sich einer Sicherheitsüberprüfung durch die ANS (Autorité nationale de Sécurité) unterziehen. Das ANS ist an den Geheimdienst angegliedert. Dabei wird das Leben und das Umfeld der betroffenen Person genauestens durchleuchtet. Hat man mit sicherheitsrelevanten Informationen zu tun, sind die Untersuchungen noch tiefer.

Für Bauschschmerzen sorgte die geplante Ernennung Knebelers für den Botschafterposten in Russland. Schnell war die Malkin-Connection auf dem Tisch. Darüber berichtete das Wort am Donnerstag. Die ANS hatte große Sicherheitsbedenken. Nach Tageblatt-Informationen war von “Korrumpierbarkeit” die Rede. Die derzeitige politische Lage zwischen Russland und dem Westen machte die Ernennung nicht leichter. Die ANS formulierte wegen akuter Sicherheitsbedenken ein Ablehnungsschreiben. Laut Wort hatte sich die Regierung darüber hinweg gesetzt.

Am Donnerstag reagierte das Staatsministerium: “Anders als dargestellt hat sich die Regierung nicht über vermeintliche Sicherheitsbedenken “hinweg gesetzt”. Weiter heißt es: “Diese Kommission ist nach Untersuchung der Sachlage in diesem Fall zum Schluss gekommen, die angefragte Sicherheitsgenehmigung sei zu erteilen. Der Premierminister ist dieser Einschätzung gefolgt und hat dementsprechend die Sicherheitsgenehmigung erteilt.”

fo