Am vergangenen Freitag hatten sich zwischen 15.000 und 17.000 Schüler und Studenten am Streik gegen die geplanten Verschlechterungen bei den Studienhilfen beteiligt. Doch auch nach einem erfolgreichen Streik ist die Gefahr der Kurzatmigkeit einer Protestbewegung nicht gebannt. Das zeigte der Schülerstreik von 2006 gegen den Gesetzesentwurf 5611.
“Diesmal wollen wir verstärkt Nacharbeit leisten und den Druck konsequent aufrechterhalten”, erklärte der Präsident der UNEL, Pol Reuter, am Freitag gegenüber dem Tageblatt.

Zu diesem Anlass findet am Montag von 17.00 bis 19.30 Uhr im Bonneweger “Casino syndical” eine Informationsversammlung statt, an der sich alle interessierten Schüler und Studenten beteiligen können. Das Streikbündnis, das anfangs aus verschiedenen Organisationen (UNEL, LUS, Richtung22, JSL, Jonk Lénk, JCL, Jonk Piraten, Schülerkomitee LGE, Schülerkomitee LGL, Schülerkomitee LCD) bestand, ist übrigens ebenfalls offen für alle Interessierten und zählt mittlerweile eine Reihe von individuellen Mitgliedern.

“Gemauschel”

Ziel der Versammlung am Montag ist neben der Information über das vorliegende Gesetzesvorhaben die Ausarbeitung einer gemeinsamen Position des Aktionskomitees sowie eine Einigung auf die künftige Vorgehensweise. Eine Option sei dabei die Organisation einer öffentlichen Debatte zwischen den Schülern und Bildungsminister Claude Meisch, so Reuter. Nach der Versammlung soll es zudem eine Unterredung mit dem Minister geben. Ein festes Datum gibt es aber noch nicht. Auch vonseiten des Parlaments warten die jungen Leute noch auf ein konkretes Datum, um ihre Petition, die 5.730 Unterschriften erreicht hat, einzureichen. Es handelt sich dabei um eine herkömmliche Bittschrift, da bereits eine “pétition publique” zum Thema existierte.

Dennoch fordert das Komitee, dass die Petition in einer öffentlichen Chamberkommission in Anwesenheit von mindestens acht Vertretern des Streiks diskutiert wird. “15.000 Schüler und Studenten, die auf die Straße gehen, können nicht einfach ignoriert werden”, meint Reuter. Der UNEL-Präsident plädiert zudem für einen zwischenzeitlichen Stopp des “6670”. Nur so könne ausreichend Zeit gewonnen werden, um ohne Zeitdruck Punkt für Punkt über den Gesetzesentwurf zu diskutieren. Außerdem soll die Debatte öffentlich sein. Die Schüler und Studenten wollen kein “Gemauschel hinter verschlossenen Türen mehr”. Vor dem Streik habe es zwar Unterredungen mit dem Bildungsminister gegeben, dennoch sei den Einwänden der Jugendlichen nicht Rechnung getragen worden, kritisiert Reuter.

(Michelle Cloos)