Wieder eine Pannenmeldung aus dem umstrittenen Atomkraftwerk unweit der Grenze zu Luxemburg. Am Sonntagmorgen kurz nach 05:00 Uhr wurde der Reaktorblock 2 plötzlich automatisch runtergefahren. Wie es dazu kam, ist noch völlig unklar. Laut Betreiber EDF habe zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden.

Vier Stunden zuvor hatte der Kraftwerksbetreiber bereits Reaktorblock 1 manuell runtergefahren. Dies geschah allerdings wegen geringer Energieanfrage aus dem Stromnetz. Ob es ein Zusammenhang zwischen Reaktor 2 und der kontrollierten Energiesenkung bei Reaktor 1 gibt, ist unklar.

Pannenserie

Freitag vor einer Woche hatte es in Cattenom einen Brand außerhalb der Reaktorblöcke gegeben. Zuvor waren im Mai dieses Jahres zehn Arbeiter radioaktiv verstrahlt worden. Das Kernkraftwerk liegt nur wenige Kilometer von der Grenze zu Luxemburg entfernt und schürt in der Großregion Ängste. Neben Luxemburg fordern die beiden Bundesländer Rheinland-Pfalz und das Saarland die Abschaltung der Anlage.

In Cattenom stehen vier Reaktoren mit 1300 Megawatt an Leistung. Sie stellen fast acht Prozent des Stroms von EDF für Frankreich bereit. Mehr als 400 Hektar groß ist die Anlage, die 20 Meter über dem Moselniveau erbaut wurde. Die vier Reaktoren gingen 1986, 1987, 1990 und 1991 ans Netz.

Die französische Atomaufsicht hatte bei einer Inspektion Sicherheitsmängel entdeckt, darunter Rost an Teilen, Defizite bei der Notstromversorgung sowie Fehler im Kühlungssystem und bei der Erdbebensicherheit. Seit Bestehen des Atomkraftwerks gab es in allen vier Blöcken bislang mehr als 750 sicherheitsrelevante Ereignisse.

Tageblatt.lu