01. Mai 2015 09:19;Akt: 01.05.2015 15:04

Friedenstruppen in Ukraine?

DER LANGE KONFLIKT

In der Ukrainekrise rechnet Präsident Petro Poroschenko mit einem noch langen Konflikt - bis zur Rückerlangung des Donbass von Separatisten und der Halbinsel Krim von Russland.

Nato-Chef Breedlove warnt vor einer erneuten Eskalation des Konfliktes. (Bild: Reuters/Jonathan Ernst)

"Wir werden kompromisslos bleiben", sagte Poroschenko am Donnerstag in Kiew. Als Beispiele nannte er Korea und Israel - auch dort seien Konflikte seit vielen Jahren im Gang. "Die Lage ist unmöglich militärisch zu lösen. Krieg ruft nur eine Reaktion hervor, besonders, wenn Russland beteiligt ist", meinte der prowestliche Staatschef.

Nach einem Telefonat mit Kremlchef Wladimir Putin sagte Poroschenko, der russische Präsident habe prinzipiell einer Entsendung von Friedenstruppen in die Ostukraine zugestimmt. Moskau bestätigte das Gespräch, an dem auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident François Hollande teilnahmen. Der Kreml teilte allerdings nur mit, dass es bei der Waffenruhe in der Ukraine Fortschritte gebe. Auch die Bundesregierung und die Führung in Paris erwähnten nach dem Telefonat eine mögliche Friedenstruppe nicht.

Poroschenko hatte stets ausgeschlossen, dass sich der "Aggressor" Russland an einer solchen UN-Mission beteiligen könnte. Moskau wiederum hatte den Vorschlag Kiews mehrfach als Verstoß gegen das im weißrussischen Minsk vereinbarte Friedensabkommen abgelehnt.

Besteht eine neue russische Offensive bevor?

Der Nato-Oberbefehlshaber Philip Breedlove hat vor einer neuen russischen Offensive in der Ost-Ukraine gewarnt. Russische Militärs nutzten die gegenwärtige Flaute bei den Kämpfen, um sich neu zu positionieren und ihre Geländegewinne zu sichern, sagte der US-General bei einer Anhörung im US-Kongress. "Viele ihrer Aktionen entsprechen Vorbereitungen auf eine weitere Offensive", sagte er am Donnerstag. Zugleich warf er Moskau vor, die gesamte Region zu destabilisieren.

Breedlove fügte allerdings hinzu, die Lage in der Konfliktregion sei unübersichtlich und unbeständig.

Weitere Informationen hier:

Dossier: Revolution in Kiew

Tageblatt.lu/dpa

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