Das Datum für die Rückkehr zu den Anfängen war nicht zufällig gesucht. Vor genau hundert Jahren verstarb Grossherzog Wilhelm IV. von Luxemburg. Seine Nachfolge übernahm seine älteste Tochter Marie- Adelheid. So wurde der nassauische Erbvertrag, der 22 Jahre zuvor den Nassauern den luxemburgischen Thron eingebracht hatte, beendet. Die neue Aera hatte jedoch längst schon begonnen.

Begrüssung durch Bürgermeister Hans-Peter Schick, Abschreiten der Ehrenfront der Bürgergarde,Gedenkzeremonie an Grossherzog Wilhelm IV. In der Schlosskirche, Besuch in der Krypta, die heute immer noch in Familienbesitz ist, Einweihung einer neuen Gedenkstatue von Grossherzog Adolph, der Herzog von Nassau gewesen war, bevor er den Thron von Luxemburg erbte. Ein Empfang der Stadt Weilburg beendete das offizielle Programm, bevor das grossherzogliche Paar mit Vertretern der Stadt Weilburg und dem Minister für innerdeutsche Angelegenheiten der hessischen Regierung, Michael Boddenberg, zu Tisch ging.

Unterschied der Kulturen

Grossherzog Henri hat die Rückkehr zu seiner Vergangenheit offensichtlich genossen. Dabei könnte der Unterschied zwischen seiner deutschstämmigen, protestantischen Herkunft und der heutigen frankophonen, katholischen Herrscherfamilie grösser gar nicht sein.

Ein Familienpakt hat die Nassauer auf den luxemburgischen Thron gebracht, ein weiteres Familienabkommen hat aus ihnen eine katholische Familie gemacht. Mit der Sprache hielten sie es wie alle hierzulande Zugewanderten. Sie passten sich an. Die Familiengeschichte ist spannend”, so Grossherzog Henri und Grossherzogin Maria Teresa einhellig. Vieles davon weiss auch der Landesvater nur aus Büchern. Seine Grossmutter Charlotte war nur knapp 14 Jahre alt, als ihr Vater starb’. “Allein deshalb schon sind uns die Besuche in Weilburg wichtig”, so der sichtlich zufriedene Besucher.

Claude Wolf/Tageblatt.lu