“Ich hätte ihn gerne getroffen”, sagte Ashton am Mittwoch in der ägyptischen Hauptstadt. Ihr sei aber versichert worden, dass es Mursi gut gehe. Dieser wird seit seiner Absetzung durch das Militär am 3. Juli an einem unbekannten Ort festgehalten.

Ashton war mit Vertretern der neuen ägyptischen Führung zusammengetroffen und hatte dabei gefordert, schnell zur Demokratie überzugehen. Sie sprach unter anderen mit dem neuen Regierungschef Hasem al-Beblawi, Übergangspräsident Adli Mansur, Interimsvizepräsident Mohammed ElBaradei und Armeechef Abdel Fattah al-Sisi. Ashton kam zudem mit Vertretern der Tamarod-Bewegung zusammen, die mit Unterschriftensammlungen und Massendemonstrationen Mursis Sturz in Gang gesetzt hatte.

Derweil dauerten die Proteste der Muslimbrüder an. Die Mursi-Unterstützer zogen am frühen Abend über den Nil in Richtung Universität. Der Zugang zum Regierungsgebäude war weiträumig abgesperrt. In Ägypten reißen die gewaltsamen Zusammenstöße nach Mursis Absetzung Anfang Juli nicht ab. Am Dienstag waren mindestens sieben Menschen getötet und mehr als 260 weitere verletzt worden, als Mursi-Anhänger in Kairo mit Sicherheitskräften aneinander gerieten.

AFP/Tageblatt.lu