Wenn man im Norden wohnt, könne es am Wochenende oder nachts vorkommen, dass man quer durchs Land fahren muss und 50 Kilometer zurücklegt, um eine Apotheke zu finden, die Wochenend- oder Nachtdienst hat.

Dies erklärte der Abgeordnete Ali Kaes der CSV in einer parlamentarischen Anfrage an Gesundheitsministerin Lydia Mutsch. Zurzeit werden die Kantone Wiltz und Clerf von sechs Apotheken abgedeckt: zwei in Wiltz, eine in Ulflingen, eine in Clerf, Wintger und Hosingen.

Keine gute Dienstleistung

Die Apotheken würden sich bezüglich des Wochenend- und Nachtdienstes abwechseln, so Kaes. Allerdings sei es bereits vorgekommen, dass dieser Dienst nicht ordnungsgemäß von den zuständigen Apotheken eingehalten wurde.

„Man ist folglich weit von der Garantie einer guten Dienstleistung entfernt“, so der Abgeordnete. Die Ministerin dementierte dies jedoch und erwiderte, dass ihr keinerlei Angaben vorliegen würden, dass die Dienste nicht ordnungsgemäß gewährleistet worden seien.

Für einen Wochenend- und Nachtdienst

Um den Missstand zu beheben plädiert Kaes für einen Wochenend- und Nachtdienst für jeden Kanton im Norden, um somit zu verhindern, dass Patienten quer durchs Land ziehen müssen, um sich die benötigten Medikamente im Notfall zu besorgen.

Im Jahr 2008 habe man zusammen mit den Apothekengewerkschaften eine Reorganisation der Wochenend- und Nachtdienste der Apotheken im Norden unternommen. Dies aus dem Grund, da einige Apotheken bis 20 oder sogar 22 Uhr geöffnet waren und das vor allem während der Wintermonate.

Diese Regelung habe man weiterhin nicht aufrechterhalten können, da praktisch kein Geschäftsbetrieb mehr zu diesen Uhrzeiten stattfand, so Mutsch.

95 Apotheken

„Zurzeit verfügt Luxemburg über 95 Apotheken. Angesichts der Tatsache, dass das Land klein ist und angesichts der Anzahl an Apotheken kann man durchaus sagen, dass jeder Bürger innerhalb einer Viertelstunde Zugang zu einer Apotheke hat“, erklärt die Ministerin in ihrem Antwortschreiben.

Des Weiteren habe die CNS („Caisse nationale de santé“) eine Analyse durchgeführt, bei der Angaben dazu gesammelt wurden, wie viele Kunden die Apotheke während der Wochenend- und Nachtdienstzeiten aufsuchen. Durchgeführt wurde die Analyse im letzten Semester 2014 und im ersten Semester 2015.

Es stellte sich Mutsch zufolge heraus, dass die Apotheken im Norden nur sehr schwach besucht waren während dieser Zeiten. So habe es in 95 Tagen Wochenend- und Nachtdienst nur einen einzigen Kunden gegeben, erklärt Mutsch. Das Resultat zeige, dass das Angebot der Wochenend- und Nachtdienste durchaus den Bedürfnissen entspreche, so Mutsch im Antwortschreiben.

Jennifer Muller