Am Mittwoch stellten Staatssekretär Camille Gira und Laurent Schley von der “Administration de la nature et des forêts” den “Aktions- und Managementplan für den Umgang mit Wölfen in Luxemburg” sowie eine allgemeine Broschüre mit dem Titel “Wölfe in Luxemburg?” vor.

Durch die negative Rolle in Kindermärchen haben auch viele Erwachsene immer noch ein falsches Bild vom “bösen Wolf”. Diese negative Sichtweise müsse abgelegt werden und das Tier objektiv betrachtet werden, forderte der Staatssekretär. Seit 2016 ist der Wolf auf nationaler Ebene geschützt. Bislang gibt es noch keinen Beweis, dass ein Wolf durch Luxemburg gestreift ist. Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass rund zwei Drittel der Gesamtfläche des Großherzogtums als Lebensraum für den Wolf infrage kommen würden. “Solange er keine Nutztiere reißt, bleibt seine Anwesenheit dem Menschen meistens verborgen”, erklärte Schley.

Entschädigung

Der neue Aktionsplan richtet sich vor allem an professionelle Schafzüchter, Bauern und Jäger, da er sich mit der Entschädigung im Falle eines Angriffs von einem Wolf auf Nutz- oder Haustiere, aber auch der Sicherung der gesamten Herden durch Zäune beschäftigt. Wenn durch eine Rissbegutachtung der Umweltverwaltung eindeutig die DNA von einem Wolf festgestellt wird, dann wird der Halter des getöteten Tieres zu 100 Prozent entschädigt. Auch das Aufstellen von Schutzzäunen wird vom Staat finanziell gefördert.

Wölfe sind sehr scheu. Menschen werden fast nie angegriffen. “Sollte man dem Beutegreifer jedoch einmal auf kurze Distanz begegnen, sind folgende Regeln zu beachten: Man darf niemals wegrennen oder sich in Richtung des Wolfes bewegen. Der Fußgänger soll das im Tier im Blick behalten, Augenkontakt soll jedoch vermieden werden. Durch lautes Rufen und Winken wird der Wolf in die Flucht geschlagen. In gar keinem Fall sollte man Wölfe mit Futter anlocken”, erläuterte Schley.

Tageblatt/AH