Vom 26. Mai bis zum 10. Juni sind 44 Tageblatt-Leser auf der HUH-Kreuzfahrt. Auf der MS Amadea geht es von Hamburg erst nach Schottland, dann rund um Island, um dann über Norwegen den Seeweg Richtung Hamburg wieder anzutreten. Wir haben unsere Journalistin Jessica Oé mit den Lesern gemeinsam auf die Reise geschickt.

Logbucheintrag 1:
26. Mai 2017
Moin, Moin Hamburg!

Uff, so eine Anreise kann ganz schön aufregend sein. Ans Schlafengehen war am Vorabend gar nicht zu denken, so aufgeregt war ich vor der Reise. Ich darf nämlich verraten, dass es meine erste Kreuzfahrt ist, und ich mächtig gespannt bin, ob ich denn auch die richtigen Seebeine mit auf’s Schiff bringen werde. Um 03.50 Uhr werde ich abgeholt, dann geht es ab 04.30 Uhr von Luxemburg-Stadt per Bus in Richtung Hamburger Hafen. Meine Mitreisenden haben die gleiche Idee wie ich und versuchen noch eine Mütze voll Schlaf zu ergattern, weswegen es im Bus auch nach der Frühstückspause sehr ruhig bleibt. Während der kurzen Mittagspause beschnuppert sich die Gruppe ein wenig, ehe wir dann Hamburg erreichen und der Busfahrer auch noch Zeit findet, als Touristenführer zu glänzen.

Am Hafen angekommen steigt meine Nervosität schlagartig an. Die MS Amadea, unser Kreuzfahrtschiff, sieht für meine unerfahrenen Augen riesig aus. Ob ich mich wohl verlaufen werde? Nach Check-in und gründlicher Sicherheitskontrolle – die der Prozedur in den Flughäfen bis ins Detail gleicht – geht es an Bord. Die Crew begrüßt uns sehr freundlich und ich werde auf meine geräumige Kabine auf dem untersten Personendeck gebracht.

Schnell ein paar Sachen auspacken – den Rest kann ich auch später machen -, ehe ich mich auf die Suche nach dem besten Ausblick begebe. Die Ausfahrt aus dem Hamburger Hafen belohnt mich für meine Hast. Erst ganz spätabends, als die Küste hinter uns verblasst, lege ich mich auf’s Ohr. Soweit alles klar auf dem Schiff.

Logbucheintrag 2:
27. Mai 2017
Ruhige See voraus

Der erste komplette Tag auf dem Kreuzfahrtschiff ist ein Seetag. Das Meer ist soweit ruhig, wofür ich dann auch dankbar bin. Erst einmal erkunde ich das Schiff von oben bis unten. Dabei begegne ich einigen unserer Gäste, die wohl die gleiche Idee hatten. Stilechte Bibliothek mit LED-Fernseh-Feuer, Rauchersalon, Theatersaal, Bordkino, Waschsalon, zwei Restaurants, drei Bars, ein Shopping-Geschäft … Beeindruckend, wofür neben Kabinen für 600 Gäste, den Aufenthaltsräumen und Kabinen für die Crew und den Schiffsmaschinen so alles Platz ist.

Auch wenn wir nun alle gemeinsam auf dem Kreuzfahrtschiff festsitzen, wird genug geboten, um keinen Schiffskoller zu entwickeln. Von Sport bis Spiel gibt es keinen Grund, Langeweile zu haben. Ich beschließe, den Tag auf dem Sonnendeck zu verbringen. Bei blauen Himmel und Sonnenschein genieße ich mein Buch und die Ruhe des weiten Meeres.

Logbucheintrag 3:
28. Mai 2017
Schottenröcke in Sicht

Das erste Reiseziel haben wir erreicht. Wir haben den Hafen Rosyth in den Nähe von Edinburgh angelaufen. Die Einfahrt war spektakulär. Schon um knapp 4 Uhr war ich auf den Beinen, um den Sonnenaufgang zu genießen. Dann sind wir bei strahlendem Wetter in den Firth of Forth eingebogen. Unter den drei den Fluss überspannenden Brücken hindurch sind wir dann schnell in Rosyth angedockt.

Von jedem Hafen aus können die Gäste entweder private Ausflüge machen oder sich einen der angebotenen Ausflüge aussuchen. Ich habe mich am ersten Tag für das “Königliche St. Andrews” entschieden. Per Bus sind etwa 30 Personen unterwegs in die Küstenstadt. Der Touristenführer, der Deutsch mit sehr deutlichem schottischen Akzent spricht, zeigt sich von seiner besten Seite und unterhält uns alle sehr gut. Er ist übrigens – ganz schottisch – in Kilt unterwegs. In St. Andrews angekommen haben wir etwa zwei Stunden Zeit, uns das Städtchen auf eigene Faust anzusehen. Obwohl es sicherlich für Golf-Fans noch aufregender gewesen wäre, bin ich begeistert von dem Ort, an dem sich Kate und William kennenlernten. Besonders der traumhafte Strand, an dem übrigens auch Chariots of Fire gedreht wurde, hat es mir angetan.

Logbucheintrag 4:
29. Mai 2017
Malerisches Schottland

Obwohl es sich etwas zugezogen hat, lugt die Sonne immer wieder hinter den grauen Wolken hervor. Wir haben heute Invergordon nahe Inverness im Norden Schottlands erreicht. Während ich meinen Morgen noch ruhig gestalten kann, breche ich am Nachmittag mit etwa 20 anderen Personen für einen Ausflug zum Cawdor Castle auf. Die Touristenführerin ist dieses Mal eine Deutsche, die es aus Herzensgründen und Leidenschaft nach Schottland verschlagen hat. Mit vielen Informationen überbrückt sie die Busreisezeit zur schottischen Burg so gut, dass es einem vorkommt, als wäre man nur zehn Minuten unterwegs gewesen.

Cawdor Castle selbst erfüllt meine sowieso schon sehr hohen Erwartungen um Längen. Die kleine Trutzburg ist charmant und – da sie noch halb bewohnt wird – in einem sehr guten Zustand. Die Touristenführerin entpuppt sich als Bekannte der aktuellen Burgherrin und gibt in jedem Raum eine faszinierende Geschichte zum Besten. Das absolute Highlight ist aber sicherlich die Außenanlage der Burg. Ein wunderschöner Blumengarten, ein verträumter Steingarten, ein atemberaubender Wildgarten … Meine Kamera steht kaum still und doch kann kein Bild der Schönheit des Orts gerecht werden. Viel zu schnell müssen wir wieder zurück auf’s Schiff.

Logbucheintrag 5:
30. Mai 2017
Unruhige See

Also Seebeine habe ich noch keine. Das muss ich leider bei unserem zweiten Tag auf See feststellen. Schon morgens gab es deutlich mehr Wellenbewegungen als vorher – doch ich hielt mich tapfer. Am Nachmittag jedoch muss ich mich im Kampf gegen die Seekrankheit geschlagen geben. Glücklicherweise rettet mich die Cruisopolis-Reiseleiterin Jacquie Weber mit Medikamenten und ich kann zumindest mit einem besseren Gefühl ins Bett. Schlafen hilft halt auch bei Seekrankheit am besten.

Logbucheintrag 6:
31. Mai 2017
Ein vulkanisches Paradies

Das Wetter macht uns auch heute wieder einen Strich durch die Rechnung. Obwohl sich der Wellengang wieder beruhigt hat – zum Glück! – müssen wir unseren Aufenthalt auf den Westmännerinseln leider verkürzen. Die MS Amadea ankert etwa gegen 10.30 Uhr vor der größten Insel Heimaey und die Interessierten werden per Tender-Boot ausgebootet. Die geplanten Ausflüge sind abgesagt, also kann jeder auf eigene Faust die Insel für zwei Stunden erkunden. Denn um 14 Uhr soll es schon wieder zurück auf die Amadea gehen.

Das Ausbooten hat sich allerdings gelohnt. Die Sonne scheint sich nämlich für ihr Fehlen am Vortag entschuldigen zu wollen und strahlt während des gesamten Landgangs. Der übrigens gar nicht so einfach ist, wenn man noch auf die Schwankungen des Schiffs eingestellt ist. Auf Heimaey raubt einem die Landschaft fast den Atem. Wir erklimmen eine Lava-Landschaft und auf der Klippe gegenüber brüten zahlreiche Küstenvögel. Ein echter Traumstopp.

Logbucheintrag 7:
1. Juni 2017
Tageblatt erorbert Reykjavík

Zum ersten Mal seit Reisebeginn sind wir wieder als Tageblatt-Leserkreuzfahrt-Gruppe zusammen. Mittlerweile kennt man sich aber durch gemeinsame Mittag- und Abendessen oder die Ausflüge an den Tagen zuvor. Obwohl das Wetter etwas stürmisch ist, gehen wir gut gelaunt in Hafnarfjördur von Bord. Im Reisebus wartet dann auch schon die erste Überraschung: Thorunn Egilsdottir, die Marketing-Chefin von Editpress, begleitet uns auf unserer Tour durch Reykjavík .

Danach führt uns unsere Reise noch zu den Geysiren. Obwohl sich mancher fast die Finger abfriert, wollen alle aus der Gruppe das obligate Bild des in die Höhe schießenden Geysirs mitnehmen. Wen dies bisher noch nicht begeistern konnte – was eigentlich bei keinem der Fall war -, wurde von dem Gullfoss-Wasserfall einfach umgehauen. Die Sonne tauchte für einen kurzen Moment auf und das spektakuläre Naturschauspiel wurde von einem wunderschönen Regenbogen überspannt. Obwohl wir im Anschluss fast alle kalt und nass von der Gischt wieder im Bus saßen und uns erst langsam aufwärmten, waren wir uns alle einig: Allein dafür hat sich die Reise gelohnt.

Der letzte Stopp unseres Ausflugs war das aber nicht. Es ging nämlich noch zu der Stelle, an der sich die eurasische und nordamerikanische Erdplatte treffen und Island sozusagen auseinanderdriften lassen. Erst nach dem Besuch dieser beeindruckenden Spalten geht es zurück zum Schiff – wo ich mich nur noch halbwach zum Essen schleppe, ehe ich todmüde ins Bett falle.

Fortsetzung folgt …

Jessica Oé