Aus der ersten Enthüllungswelle vor genau einem Monat hat man hinzugelernt. Die Mannschaft um Xavier Bettel setzt auf Transparenz. Zumindest will man diesen Eindruck vermitteln.

Am Freitagmorgen bereits hatte sich Finanzminister Pierre Gramegna mit dem Finanzausschuss des Parlaments getroffen. Ein Thema: der neue Fragebogen des Journalistenkonsortiums für investigativen Journalismus (ICIJ).

Mit den Parlamentariern habe er Antworten koordiniert, verriet wenige Stunden später Premier Bettel. Was genau gefragt wurde, welche Antworten man den neugierigen Journalisten vorlegen würde, ist indes nicht gewusst. Auch die ansonsten redseligen Abgeordneten hielten sich an die Geheimhaltungsabsprache vom Vormittag.

Das Feld überließ man dem Premier. Der erzählte am Nachmittag zwar einige zusätzliche Details. So dass man mit neuen Enthüllungen für Dienstag oder Mittwoch rechne, dass das Ausmaß jedoch wohl geringer ausfallen werde, dass man aus Fragen von Journalisten schließen könne, welche Unternehmen dieses Mal visiert seien. Und dass die Regierung sich auf Luxleaks 2 vorbereite. Mehr war nicht drin.

Ob man zum derzeitigen Zeitpunkt tatsächlich nicht mehr weiß oder doch nur halbherzig Transparenz spielt? Eins dürfte bereits klar sein. Weil man so gut vorbereitet ist, wird man am Dienstag oder Mittwoch mit einem entspannteren Finanzminister rechnen dürfen.

Lucien Montebrusco