Knapp ein halbes Jahrhundert nach den “Grenzen des Wachstums” meldet sich der Think Tank Club of Rome zu Wort. “Wir sind dran” heißt der neue Bericht. Schon wieder so ein “Mahner- und Weltuntergangsszenario-Buch”, mögen da viele denken. Ist es aber nicht. Denn knapp 50 Jahre später hat sich die Welt verändert. Sehr verändert. Und man könnte denken, es sei schon alles gesagt. Ist es angesichts der Tatsache, dass auf globalem Niveau zu wenig passiert, aber nicht. Die Konsequenzen der Erderwärmung und das Aussterben vieler Tierarten zeigen, wie sehr sich die Welt verändert hat und noch verändern wird.

Und dennoch verharren wir und vor allem die Politik in kurzfristigem Denken und philosophischen Ansätzen, die veraltet sind. Wirtschaftswissenschaftler wie Adam Smith haben ihre Theorien auf der Basis eines geografisch, nationalstaatlich begrenzten Marktes entwickelt. Auch das ist heute Makulatur. Die Finanzkrise von 2008 hat sehr eindrücklich vor Augen geführt, dass nationalstaatliche Grenzen kein Garant für einen funktionierenden Markt sind. Und dass es uns zu interessieren hat, wenn in den von hier aus gesehen weit entfernten USA eine Bank zusammenbricht. Brauchen wir unbedingt Wachstum? Oder lassen sich auch anders Wohlstand, wie auch immer man ihn definiert, und ein auskömmliches Leben garantieren?

Eines ist klar: Wenn keine anderen Denkmodelle Einzug halten, von wem auch immer, können wir für nachkommende Generationen kein gutes Leben garantieren – weil es an existenziellen Dingen fehlt, wenn wir so weiter wirtschaften. Deshalb braucht die Welt so einen Bericht. Als Denk- und Diskussionsanstoß.

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