Mehr als nur eine Kampagne, die von einem luxemburgischen Ministerium in Auftrag gegeben oder zumindest unterstützt wurde, verfehlte ihren Zweck, zementierte Stereotypen oder gab zu nicht viel mehr Anlass als einem müden Grinsen. Häufig ist schwer einzuschätzen, ob bereits die Auftraggeber aufgrund von mangelndem Wissen Anfragen formulierten, die nur in einem Debakel enden können, oder vielleicht auch die Auftragnehmer sich mehr dem schicken Schein als dem tatsächlichen Sein hingeben.

Derartige Fehler kann man einerseits vermeiden, wenn man sich mit einer Thematik eingehender beschäftigt. Andererseits hilft es aber, sich für ein Bottom-up- statt eines Top-down-Prinzips zu entscheiden. Mit dem neuen Musikvideo „S’il te plaît“ von Forsan und Julie ist es zwei jungen Luxemburgern gelungen, etwas zu vermitteln, das vielen erwachsenen Akteuren weitaus weniger gelingt: Sie haben ohne Beschönigung darauf aufmerksam gemacht, dass jeder Unfalltote einer zu viel ist und man das in seiner Macht Stehende tun sollte, um noch mehr unnötige Unfälle zu vermeiden.

Für die beiden ist die Vermittlung dieser Botschaft kein Geschäft, kein Auftrag, der aufgrund von Vetternwirtschaft zugesteckt wurde. Sie übernehmen Verantwortung, sprechen das an, was keiner hören will.

In einem Land, in dem man sich lieber über Radare, Bäume und Obdachlose, die sich in öffentlichen Verkehrsmitteln aufwärmen, aufregt als darüber, dass betrunken Autofahren eher die Regel als die Ausnahme darstellt.

 

Entlang der Rettungsgasse: Zwei junge Musiker rappen für mehr Sicherheit auf Luxemburgs Straßen

5 Kommentare

  1. Bemerkenswert, die Initiative dieser 2 jungen Künstler, die in ihrem Song an die Vernunft ihrer Altersgenossen und aller Verkehrsteilnehmer appellieren. Musik geht zu Herzen und lässt aufhorchen . Wahrscheinlich und hoffentlich hat dieses Musikvideo mehr Erfolg als die schalen, nichtssagenden Werbeplakaten der Sécurité routière am Strassenrand, wo man mehrmals hinsehen muss um sie zu verstehen.

  2. Wenn die schweren Verkehrsunfälle reduziert werden sollen, müssten zuerst die bei den Jugendlichen so beliebten “Radarwarner” konsequent verboten werden, anstatt dass die noch frei über Internet zu kaufen sind ! Wenn ich schon lese: Benutzen ist strafbar aber der Besitz nicht ! Wer etwas auf sich hält, hat einen Coyote im Auto, und prahlt auf Partys noch damit, wie er der Polizei jedes Mal einen Streich spielt, wenn er so fährt wie er gerade will.Dann kann man auch gleich wieder alle Waffen zulassen.

    • Brauch een dofiir mol kee Coyote. Et gin Géigenden wou op 10km op genee 1 Platz vläit 1-2x am Joer kontrolléiert gett, do mecht een da méi lues, soss mobil Radare sti gären puer Méint op der selwechter Platz. Police selwer schold wann se net kontrolléiren, virun 10 Joer wou nach méi Kontrolle waren gouf vill méi lues gefuer.

  3. Yosh. Ooops ! D’Police as schold dass sie nët méi kontrolléiert ? Abbé jo ! Ech sin der Meenung dass an engem ziviliséierte Land iwerhaapt nët misst kontrolléiert gin ! Oder léiert haut kee méi fueren a wann dach, as daat e “Sport” fir d’Regelen viirsätzlech ze ignoréieren ?? An 99,5 % vun de Fäll as et nämlech Viirsatz ! Alkohol as ëmmer Virsaatz ! Riskant iwerhuelen och !

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