Wer eine wissenschaftliche Arbeit schreibt, muss sich vorher über den Stand der Wissenschaft informieren. Das gilt nicht nur für renommierte Forscher, sondern auch für arme Studierende. Wissenschaft baut auf bestehendem Wissen auf. Dafür müssen sowohl Spitzenforscher wie auch Erstsemester vorher viele, viele wissenschaftliche Aufsätze lesen. Leider sind diese Artikel sehr teuer. 35 Dollar für einen Aufsatz sind kein außergewöhnlicher Preis. Ein Glück, dass fast alle Uni-Bibliotheken auf die teuren Journals abonniert sind. Falls der gesuchte Aufsatz dort nicht zu finden ist, lässt sich manchmal eine Kopie in einer der Schattenbibliotheken des Deep Web auftreiben. Legal ist das aber nicht.

Studierende sind nicht die einzigen Gelackmeierten. Interessierte Menschen, die zum Beispiel die Quelle für eine Behauptung im Internet überprüfen wollen, sind genauso aufgeschmissen wie Ärzte, die sich über neue Behandlungen schlaumachen wollen. Dabei wird die Forschung in der Regel mit öffentlichen Geldern finanziert. Es entbehrt jeder Logik, dass die Steuerzahler für die Forschung aufkommen und danach ein zweites Mal dafür zahlen müssen, wenn sie das Resultat sehen wollen – und zwar an einen privaten Konzern. Die Initiative „Plan S“ will dies ändern. Das ist eine gute Sache. Nach öffentlichen Verkehrsmitteln müssen nun wissenschaftliche Aufsätze gratis werden.

„Forschung gehört der Öffentlichkeit“ – FNR-Chef Schiltz fordert, dass Wissenschaft frei verfügbar ist

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