Trump ist wieder da. Und Europa wird erneut gedemütigt. Am Morgen traf es Deutschland, das “ein Gefangener Russlands” sei. Am Nachmittag kamen auch die anderen dran, Luxemburg inklusive. Europa zahle zu wenig für seine Verteidigung, die USA zu viel, so lässt sich die Position des US-Präsidenten zusammenfassen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Trump die Europäer vor aller Weltöffentlichkeit wie Schuljungen abkanzelt. Bislang reagierten diese, indem sie versuchten, solche diplomatischen Unverschämtheiten so wegzulächeln, wie man die Zoten des trotteligen Gastes auf einer Hochzeit weglächelt, um es nicht noch schlimmer werden zu lassen. Doch ein Fest endet, internationale Beziehungen jedoch nicht.

Aber sie können sich verändern – und das haben sie mit Trump längst getan. Wer das immer noch nicht erkannt hat, dem ist wohl kaum mehr zu helfen. Demnach stellt sich die Frage: Ist den Europäern noch zu helfen? Während der Präsident der weiterhin größten Weltmacht seine ehemaligen Partner am laufenden Band brüskiert und frühere Gegenspieler hofiert, redet Europa nur über eins: Flüchtlinge. Europa scheint kein anderes Thema mehr zu kennen – und ringsherum verändert sich die Welt, justieren sich die Machtverhältnisse in Windeseile neu. Das ist nicht nur beklagenswert, weil das Leiden von Flüchtenden populistisch in Wahlerfolge umgemünzt wird. Das ist niederschmetternd, weil das Vertrauen in die weltpolitische Gestaltungskraft der Europäer zusehends dahinrinnt.
Wenn sich die Staaten Europas nicht bald auf Wichtigeres konzentrieren, bringen sie ihr Bündnis in ernsthafte Gefahr. Die USA sind nicht mehr die USA, die wir kennengelernt haben. Damit ist auch die Welt nicht mehr die, in der Europa zu seiner Größe kam.
Die Zeit drängt.

6 Kommentare

  1. Man sollte diesen eingebildeten,arroganten und dummen Möchtegern Präsidenten einfach ignorieren und links liegen lassen.Niemand braucht diese USA.

  2. Wie dieser krankhafte Egozentriker Europa vorführt und demütigt grenzt an Frechheit. Man wird so behandelt, wie man zulässt behandelt zu werden. An Trump scheitert die Diplomatie. Er ist unberechenbar, sprunghaft und so von sich eingenommen und von sich überzeugt, dass nur er immer recht hat. Der hat vor niemandem Respekt. Fragt sich wie das die fast noch 3 Jahre seiner Amtszeit weitergeht. Falls es ihm gelingen sollte zwischen Merkel und Macron einen Keil zu schlagen, was er ja offensichtlich versucht, ist Europa am Ende.

  3. Ein Elefant im Porzelanladen. Doch selbst wenn der nächste US-Präsident ein Demokrat sein sollte, wird die weltpolitische Lage sich dauerhaft verändert haben. Für die USA wird Europa an Bedeutung verloren haben. Darauf müssen die Europäer sich einstellen.

  4. Zusammen mit Russland wäre die potentensten Grossmacht und könnte wirtschaftlich uns politisch Azzente setzen. Die komischen Vorgänge vor der Krimkrise erscheint nicht nur Verschwörungstheoretiker asl eine Taktik ein russlandfeindliche Grundstimmung einzurichten. Es ist die Nato die an Russland aufgerückt ist und nicht umgekehrt. Die Bevölkerung war, ist russischstämmig und hat ein Recht auf Eigenbestimmung. Natürlich wàre eine geregelt Unabhängigheit/Anbindung mit einem nicht unter Militärbesetzung stattfindendes Referendum besser gewesen, aber jedem Russlandkenner ist klar wie die Krimbewohner abstimmen würden.
    Dumm für die transatlantischen Kriegstreiber(& Militärindustrie) ist nur, dass die europäischen westliche Bürger ein feines Gespür hat und nicht mehr jede Horrorgeschichte über Russland glaubt.
    Kurzum: Europa sollte sich mit Russland verbünden und dann als Partner den Russen berechtigte Forderungen stellen. Z.b würde Putin sicherlich einem international überwachten Referendum zustimmen.

  5. Es hat des Machtwortes eines amerikanischen Präsidenten bedurft, um gewisse NATO-Schmarotzerstaaten (wozu auch Luxemburg gehört) in Richtung eines Verteidigungshaushalts von mindestens 2 Prozent zu bewegen! Diese Staaten leisten sich einen Lebensstandard der direkt auf Kosten der Verteidigungsausgaben von gewissenhafteren Staaten geht!

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