Sam Tanson gilt in den Kulturkreisen als die neue Hoffnungsträgerin. Ihre erste Maßnahme – Jo Kox als „premier conseiller“ zu benennen – ist eine weitere gute Nachricht und zeugt von einem Pragmatismus, der nach dem ziemlich offensichtlichen Desinteresse von Xavier Bettel und Guy Arendt alleine deswegen Mut macht, weil nun zwei Leute im Ministerium sitzen, die man nicht nur auf Pressekonferenzen oder Pavillon-Einweihungen, sondern auch mal abends im Theater sehen wird.

Inwiefern aber die „volonté politique“, die im Kulturentwicklungsplan sehr häufig erwähnt wurde und die in den Personen von Sam Tanson und Jo Kox eindeutig verkörpert ist, im weiträumigeren Kontext der Koalition umgesetzt werden kann, bleibt abzuwarten. Betrachtet man beispielsweise die Kluft zwischen dem ziemlich klaren Wahlprogramm von „déi gréng“, das sich in einigen Punkten mit den geplanten Maßnahmen des Kulturentwicklungsplans überschneidet, und dem etwas zahmen Kulturprogramm des Koalitionsvertrages, so sieht man ganz deutlich eine Tendenz zur Vorsicht.

Die Kulturschaffenden, die sich heutzutage mehr denn je auch selbst vermarkten müssen und denen das jahrelange Schaffen in der wirtschaftlichen Prekarität umso mehr reicht, als stets von Professionalisierung die Rede ist und die Politiker erpicht darauf sind, sie zu Nation-Branding-Zwecken zu missbrauchen, benötigen diesen Umschwung aber sehr bald.
Problematisch könnte hier sein, dass, wie Sam Tanson zu bedenken gibt, es sich immer noch um dieselbe Regierung handelt.


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Die Pragmatikerin: Kulturministerin Sam Tanson will nicht „alles auf den Kopf stellen”

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