Sich als Nationaltrainer zu entscheiden, keine Athleten für die Karate-Weltmeisterschaft zu nominieren, ist eine Sache – das Ganze dann in eine öffentliche Schlammschlacht ausarten zu lassen, eine andere. Der nationale Kampfsportverband hat scheinbar nichts aus den Problemen der Vergangenheit gelernt und tat sich bei der Außendarstellung schon immer schwer.

Gestern erreichte die FLAM in dieser Hinsicht einen neuen Tiefpunkt, da innerhalb des großen Verbandes nach wie vor sportartübergreifend ein flagrantes Kommunikationsproblem herrscht.

Ausgangspunkt war eine Stellungnahme der Karate-Verantwortlichen (gerichtet an die Presse), die eigentlich dazu gedacht war, die Wogen zu glätten – zumindest in der Öffentlichkeit. Tatsächlich folgte allerdings peinlicher E-Mail-Verkehr, in dem die Vereinsverantwortlichen der Technischen Kommission Falschaussagen und Verfälschung der Tatsachen vorwarfen: Es habe sich nicht um die demokratische Aussprache gehandelt (wie es der Vorstand präsentieren wollte), sondern vielmehr seien die Sportler in die Enge getrieben worden. Auch FLAM-Präsident Serge Schaul hatte sich bereits in der vergangenen Woche höchst erstaunt über die Entscheidung des Nationaltrainers gezeigt und kündigte an, der Sache auf den Grund zu gehen.

Die Glaubwürdigkeit des Karatesports hat gestern jedenfalls ein weiteres Mal arg gelitten.

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