Gleich nach dem Wahlergebnis hatte SPD-Chef Martin Schulz eine klare Entscheidung getroffen. Die SPD sollte sich als Oppositionspartei neu sortieren. Einerseits war es das schlechte Wahlergebnis, das dies verlangte. Andererseits schrie die jahrelange GroKo-Politik voller Kompromisse förmlich nach Wiederfindung und Erneuerung.

Keine Frage, für die SPD wäre das Sitzen auf der Oppositionsbank ein Segen gewesen. Doch als die Jamaika-Sondierungen um 5 vor 12 auseinanderbrachen und die Zeichen auf Neuwahl oder Minderheitsregierung standen, lenkten die Sozialdemokraten ein. Sie stellten das Schicksal Deutschlands und Europas auf eine höhere Ebene als jenes der Partei. Nach dem Motto: Die GroKo ist zwar gut für die Bundesrepublik und die EU – zumindest besser als die Optionen Neuwahl oder Minderheitsregierung –, aber schlecht für die Partei.

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Am anderen Rheinufer wartet bereits ein ungeduldiger Emmanuel Macron auf die deutsche Eheschließung. Und das Bündnis Merkel-Schulz liegt garantiert auf der Pro-Europa-Linie des Franzosen. Macron wird sich freuen. Der deutsch-französische Motor kann endlich Gas geben und dringend notwendige Reformen in der Europäischen Union vorantreiben.

Nun stellt sich allerdings die Frage, ob sich die SPD denn nicht auch innerhalb der großen Koalition erneuern könnte. Denn alleine regieren wird sie auch in Zukunft nicht. Und sich selbst wiederfinden als Teil eines Parteienbündnisses könnte die SPD eigentlich auch stärken. Den Mut, zu regieren brachte sie auf, nun fehlen noch der Mut zum Aufbruch mit neuen Ideen und das Geschick, diese von der Union absegnen zu lassen.

1 Kommentar

  1. Gesäit den Här Macron lo schons een Europa mat engem General-Finanzminister, deen him hëlleft seng immens Scholden, besonnesch am Sozialberäich, iwert all Memberstaat vun der EU ze verdélen?

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