Eine Saarländerin ist nun CDU-Vorsitzende. Damit reiht sich Annegret Kramp-Karrenbauer, kurz AKK, in die Reihe großer Namen wie Adenauer, Kohl und Merkel ein. Die Kanzlerin hat AKK aufgebaut. Bedeutet das Wahlergebnis demnach ein „Weiter so“ bei der CDU? Nicht unbedingt. Denn Kramp-Karrenbauer hat sich bei bestimmten Themen geschickt von Merkel distanziert. So lehnt sie beispielsweise die Homoehe kategorisch ab. Im Jahr 2018 eigentlich ein Skandal. Damit gibt sie sich aber ein klares konservatives Profil. Und den gerne in braunen Gewässern fischenden Horst Seehofer hat sie ausgerechnet beim Thema Migration übertrumpft, als sie meinte, dass man Flüchtlinge doch durchaus nach Syrien zurückschicken sollte.

Dennoch ist AKK sozialer als ihr neoliberaler Konkurrent Friedrich Merz, gegen den sie sich nur knapp durchsetzen konnte. Und sie ist erfahrener als der 38-jährige Jens Spahn. Die Wahl Kramp-Karrenbauers für den so wichtigen Posten scheint also sehr konsensorientiert gewesen zu sein. Ein bisschen Merkel, eine Prise Seehofer, noch weniger Merz und fast kein Spahn.

AKK könnte also für eine „Erneuerung“ im konservativen Sinne stehen. Immer noch Mitte, aber eben konservativer. Die Linie von Merz oder Spahn war dagegen zu hart, zu radikal. In Zeiten einer von rechts drohenden Gefahr namens AfD scheint sich die CDU durch die Wahl der Saarländerin am besten gewappnet zu sehen.

1 Kommentar

  1. „Erneuerung“ im konservativen Sinne
    Mit Verlaub. Erneuerung im konservativen Sinne? Das ist ein Widerspruch. Entweder man erneuert oder man ist konservativ. Trump ist konservativ,der Vatikan ist konservativ,die CSV ist konservativ….da ist von Erneuerung nichts zu spüren. Die Dame mit dem unmöglichen Namen hat ein schweres Erbe anzutreten. Aber wetten,es ändert sich nichts.

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