In der Polit-Soap um Esch 2022 wird die letzte Staffel wiederholt: Wie bei der vorigen Pressekonferenz wurde auch diesmal behauptet, es müsse wieder Ruhe in das Projekt einkehren. Wie bei der vorigen Pressekonferenz, in deren Verlauf man sich von Janina Strötgen und Andreas Wagner trennte, bleibt auch hier ein schaler Nachgeschmack, da die neue Generaldirektorin nicht vor Ort war.

Und wie bei der letzten Pressekonferenz wurde eher der Eindruck vermittelt, man würde der Sitzung eines Wirtschaftsbetriebs beiwohnen, da es mehr um Finanzen als um Kultur ging. Fragwürdig scheint zudem der Umgang mit den Fakten – einerseits behauptete Eschs Bürgermeister, alle vier Endkandidaten hätten im Vorstellungsgespräch dieselben 17 Fragen gestellt bekommen, andererseits erklärte man anschließend, man habe Nancy Braun über ihre DP-Affinitäten ausgefragt, die anderen Kandidaten jedoch nicht mit deren politischer Vergangenheit konfrontiert.

Und dass die wissenschaftliche Methode, mit der hier neutral und transparent vorgegangen wurde, dieselbe Kandidatin erkor, die im Vorfeld bereits als Favoritin galt, scheint problematisch, weil Braun als Teilnehmerin der Ad-hoc-Gruppe schon lange in das Projekt involviert war und deswegen einen kleinen Vorsprung gegenüber den anderen Kandidaten hatte. Dass die Ad-hoc-Arbeitsgruppe zudem das neue Organigramm ausarbeitete, an dessen Spitze Nancy Braun nun stehen wird, riskiert die Skepsis gegenüber der kulturpolitischen Handhabung dieses Projekts nur noch zu steigern.

8 Kommentare

  1. Das klingt wie bei den Städtischen Busbetrieben:
    – Es wird ein Audit gemacht, welches feststellt, dass eine zusätzliche Führungsposition geschaffen werden sollte.
    – Der Auditor arbeitet die Job Description des neuen Postens aus.
    – Der Auditor meldet sich selber für den Posten. Ach siehe da, er entspricht genau den Anforderungen des Postens.
    – Der Auditor bekommt den Führungsposten bei der AVL.

    Es scheint also bei Esch 2022 eine ganz ähnliche Herangehensweise gewählt…

  2. Das nennt man dann eine offene öffentliche Stellenausschreibung! Für wie dumm werden die Bürger eigentlich hier gehalten? Und das wenige Wochen vor den Landeswahlen. Entweder sind diese Leute inkompetent oder/auch arrogant und borniert, wobei das eine das andere nicht ausschliesst.

  3. Was soll das, war doch eine öffentliche Ausschreibung, oder? Also kann die Öffentlichkeit auch erfahren wer sich gemeldet hat. Wenn ich mich entsinne muss sogar veröffentlicht werden bei solchen Ausschreibungen, müsste mal im Gesetz nachlesen.

  4. Et ass elo un der Zäit, dass mer alleguer ophalen, weider ze stänkeren par rapport zum Dossier Esch2022. – och d’Press, an dat, obschon et hier Aufgab ass ze informéieren. Et ass ganz vill schief gelaf an de leschten 2 Joër, dat wësse mer.
    Mais elo steet Esch, de Süden an d’Land mam Réck widdert der Mauer. Et ass 5 fir 12. Wann d’Maschinn elo net start, kréie mer eng Blamage wéi eist Land se rar hat. En definitiven Echec géif och der Politik, onofhängeg vun de Parteien, op de Kapp falen.

    Ab elo mussen all parteipolitesch Konsideratiounen beim Duerchféiere vum Projet erausbleiwen. Déi nei Equip muss eng Chance kréien, fir ënnert extremem Zäitdrock e qualitatif héichwäertege Projet op d’Been ze setzen. An dat am beschten ouni ënner medialem Dauerbeschuss ze sinn, ouni sech matt politesche Spillercher musse rondremzeklappen, an ouni Steng an de Wee geluecht ze kréien. Och wa net jidfereen et erkannt huet: De Projet Esch2022 ass wichteg fir d’Entwécklung vum Süden.

    Ouni wellen eppes fir oder géint d’Nancy Braun ze soën: hatt huet Erfahrung, well et schon 2007 an der Direktioun vun der deemooleger Kulturhaaptstadt Lëtzebuerg mattgeschafft huet. Och wann et keng Garantie ass, sou ass dat an dësem Fall awer definitiv kee Nodeel.

  5. Frank Schroeder @, alles schéin a gutt, Dir hutt recht. Un éischter Linn ass ët elo un de Poltiker sech zeréckzehalen an déi nei Equipe a Rou schaffen ze loossen, fir datt Esch 2022 en Erfolleg a kee Flop gëtt.

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