Irren ist menschlich und Fehler passieren. Das musste sich auch Roberto Traversini eingestehen. So stellte er sich gestern Morgen dem Gemeinderat und am Nachmittag der Presse und gab zu: „Ich habe Fehler gemacht.“

Seit ein paar Tagen stand der Bürgermeister der „Cité du fer“ wegen eines geerbten Grundstücks heftig in der Kritik. Das Grundstück liegt etwas abgelegen am Waldrand in Niederkorn. Das Gartenhäuschen neben dem Wohnhaus befindet sich in einem Natura-2000-Gebiet. Eigentlich braucht man eine Genehmigung des Umweltministeriums, wenn Umbauarbeiten in einer Naturschutzzone durchgeführt werden. Der Differdinger Bürgermeister beantragte diese Genehmigung allerdings erst rückwirkend, nachdem die Arbeiten bereits begonnen hatten und die fehlenden Genehmigungen im Gemeinderat zur Sprache gekommen waren. Weitere Kritikpunkte kamen von der Mehrheit der Oppositionsparteien.

Die DP konnte zudem mit Fotos belegen, dass einige der Umbauarbeiten vom örtlichen CIGL durchgeführt wurden und nicht alle Arbeiten regelkonform bezahlt wurden. Auch in diesem Fall sprach Traversini, der Präsident des CIGL, erneut von einem Fehler. Niemand kann von einem Bürgermeister erwarten, alle Gesetze auswendig zu kennen. Im Behördendschungel können immer wieder Fehler unterlaufen. Wenn der Präsident des CIGL allerdings davon ausgeht, geleistete Arbeiten zum Nulltarif zu bekommen, dann läuft etwas schief und kann nicht als Fehler abgetan werden.

4 Kommentare

  1. “Niemand kann von einem Bürgermeister erwarten, alle Gesetze auswendig zu kennen. Im Behördendschungel können immer wieder Fehler unterlaufen.” Bitte? Der Bürgermeister,der Baugenehmigungen unterschreibt usw. muss im Normalfall über diese Prozeduren Bescheid wissen.Wenn nicht muss er sich informieren. Man braucht nicht in der Politik tätig zu sein um zu wissen,dass Prozeduren eingehalten werden müssen und zwar der Reihe nach. Gehen sie auf die Jagd ohne Jagdschein? Stand da nicht ein Bürgermeister von Sandweiler vor Gericht wegen ähnlicher Tricks und Schiebereien? Rücktritt und Strafverfolgung wegen Amtsmissbrauchs und Vorteilnahme.Das schreckt den Nächsten vielleicht ab,auch wenn er nur ein Mensch ist.

    • … natürlich! Woher hatte die DP die Fotos? Sind sie rumgeschlichen wie Diebe und haben fotografiert? Von wem wussten sie, dass “nicht regelkonform” bezahlt wurde? Haben sie einen Spitzel? Das Ganze ist hinterhältig und schäbig und lässt auf schlechte Verlierer schließen.

      • Die Amerikaner haben dafür eine einsache Lösung. Wenn ein Republikaner durch einen Demokraten an der Spitze ersetzt wird, fliegt die ganze republiknische Mannchaft auch raus. Bei einem Präsidentenwechsel sind das min.20.000 Betroffene. Der Clou, sogar die Getränkeautomaten werden ausgetauscht. Pepsi durch Coca-Cola ersetzt, oder umgekehrt. Dieses System garantiert eine gewisse Loyalität.

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