Für den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ist es legitim, dass Sportler Monate im Voraus ihre Aufenthaltsorte angeben müssen, um sich Dopingkontrollen unterziehen zu lassen. Mit dem System der Whereabouts wird den Sportlern sehr viel abverlangt, doch es ist zugleich die einzige Möglichkeit, wenigstens ein Minimum an Effizienz im Anti-Doping-Kampf zu gewährleisten.

Auch wenn die Anti-Doping-Kämpfer nach dem gestrigen Urteil erst einmal durchatmen können, so sollen sie es als Warnung ansehen. Es wird immer Sportler geben – oft sind es etwas zwielichtige, wie diesmal Jeannie Longo – die versuchen werden, sich gegen das System zu wehren.

Die Anti-Doping-Behörden, allen voran die Welt-Antidoping-Agentur (WADA), müssen unbedingt versuchen, die Rechte der Sportler zu stärken, auch deren Recht auf Privatsphäre. Das aktuelle System ist bei weitem nicht perfekt, doch es ist nun mal das beste, was es zurzeit gibt. Immerhin wurde es zum Schutz der Athleten und zur Förderung eines sauberen Sports eingeführt. Und solange die Alternativen fehlen, müssen Spitzensportler halt ihre Whereabouts angeben.

Es gehört einfach zu ihrem Job und jeder Beruf bringt eben auch unangenehme Seiten mit sich. Wer diese nicht in Kauf nehmen will, dem bleibt nur die Suche nach einem anderen Job.

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