André Roeltgen hat seinen Rücktritt angekündigt. Er will nicht mehr für den OGBL-Präsidentenposten im Dezember kandidieren und seinen Platz für die nächste Generation räumen.

Roeltgens Entschluss ist dabei nur konsequent. Denn gemessen an den eigenen Ansprüchen sind die Sozialwahlen für den OGBL eine Enttäuschung. Dem unabhängigen Gewerkschaftsbund ist es nicht gelungen, dem Ziel einer Einheitsgewerkschaft näher zu kommen. Im Gegenteil: Der LCGB konnte sich behaupten und sogar den Abstand zur größten Gewerkschaft des Landes verringern. Weitaus schwerer wiegt für Roeltgen jedoch sein persönliches Abschneiden. Unabhängig davon, wie man es deutet, Platz 11 und der Nichteinzug in die Arbeitnehmerkammer sind eine Katastrophe. Das darf einem Gewerkschaftspräsidenten nicht passieren.

Roeltgens Entscheidung verdient jedoch auch Respekt. Denn er will keine Last für seine Gewerkschaft sein, nicht im Zentrum von „unnötigen Personaldiskussionen“ stehen, die am Ende nur dem OGBL schaden. Er setzt das eigene Schicksal nicht über das Wohl der Gewerkschaft.

Das ist löblich: Denn wie oft haben in der Vergangenheit Gewerkschaftsfunktionäre und Politiker an ihrem Stuhl geklebt und sich für unverzichtbar gehalten? Wie oft haben sie das Boot durch Eigensinn fast zum Kentern gebracht?

Es zeugt von Größe, eine Niederlage einzugestehen – und zu wissen, wenn es Zeit ist, zu gehen.

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