Wie so oft sind es Pioniere, die Maßstäbe setzen. Ein Bauer ist genervt von den berühmten „Strukturen“, denen sich alle unterwerfen müssen. Viele Landwirte stecken in Programmen, aus denen sie nicht so ohne weiteres aussteigen können. Das sichert den Zulieferern aus der Agrochemie ein sicheres Einkommen. Natur, Wetterumschwünge, Klima – spielt alles keine Rolle. Dabei sind die Landwirte dem Wetter eines jeden Jahres so ausgesetzt wie sonst in kaum einem anderen Beruf – übrigens auch die Winzer.  

Marc Emering wollte das nicht länger hinnehmen und sucht nach Auswegen. Nicht irgendein Ausweg. Regional, biologisch und in Luxemburg verarbeitet, das war die Idee. Herausgekommen sind „Dudel Magie“ und ein durchdachtes Konzept. Alle Produkte bzw. Rohstoffe kommen aus dem Land, das können Hartweizennudeln nicht für sich in Anspruch nehmen. Auch wenn „Bio“ draufsteht. Und mit dem Einsatz von Dinkel wurde ein Produkt gewählt, von dem nach der Ernte nichts übrig bleibt. Die harte Schale des „Spelz“, daher kommt der Name des Getreides auf Luxemburgisch, wird, wenn die Kerne  herausgelöst sind,  in Müslis weiterverarbeitet. Aus den Kernen kommt der Teig. Dinkel erfreut sich in den letzten Jahren besonderer Beliebtheit, weil er vor allem von Menschen, die eine Glutenunverträglichkeit haben, gut vertragen wird. Und die Eier? Wenn der Sprinkinger Bauer nicht entdeckt hätte, dass da etwas grundsätzlich schiefläuft, würden sie wahrscheinlich in der Tonne landen. Entsprechen nicht der EU-Norm, sind unverkäuflich.  Fertig. Das macht nachdenklich und wirft die Frage auf, ob in puncto Lebensmittel nicht ein Umdenken einsetzen muss. Längst sind die Ressourcen der Erde nicht mehr unbegrenzt und vielleicht gehören die Normen, die in einer Zeit gesetzt wurden, als sie es noch waren, auf den Prüfstand. Das, was in Sprinkingen entstanden ist, entspricht dem Zeitgeist. Anderes kann man nicht sagen.  

2 Kommentare

  1. Die “Normwut” des Brüsseler “Thinktanks” hat der Eu viel geschadet in der Öffentlichkeit. Wenn in Portugal Wasserknappheit herrscht kommen Vorschriften aus Brüssel,die auch für die Norweger Pflicht sind. Das ist Schwachsinn und nicht nachzuvollziehen. Aber auch die Kunden sind schuld.Ein Apfel der einen Schorffleck hat fliegt auf den Müll weil er nicht gekauft wird. usw. Aber der Verkauf von Produkten “direkt vom Hof” nimmt immer mehr zu und sollte unterstützt werden. Dann könnten auch Molkereien und die Supermarktketten den Bauern den Buckel runterrutschen.

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