Der Haushaltsentwurf sieht etwa 19 Milliarden Ausgaben vor. Tatsächlich wird mehr Geld für Soziales im Allgemeinen und für eine ganze Reihe sinnvoller Projekte investiert, etwa in die Verkehrsinfrastruktur, in Schienen und Straßen, in den Wohnungsbau, in Klimapolitik und in die Erziehung gesteckt.

Irgendwie seltsam bis übertrieben erschien im Anschluss an die Vorstellung die allgemeine Begeisterung über eine Maßnahme, die den Staatshaushalt nach groben, aber durchaus realistischen Schätzungen mit weniger als 1 Million Euro Mindereinnahmen bei der Mehrwertsteuer dastehen lassen wird.

Um es vorwegzunehmen: Selbstverständlich bleibt unseres Erachtens die Gleichberechtigung der Frauen in allen Bereichen ein prioritäres Ziel einer modernen demokratischen Gesellschaft. Dass eine Maßnahme wie jene, mit der die Mehrwertsteuer auf Sanitärprodukten von der Klassifizierung als Luxusartikel auf jene von lebensnotwendigen Gütern herabgestuft wird und damit künftig einen TVA-Satz von 3 Prozent hat, schon fast einen medialen Jubel auslöst, entzieht sich allerdings unserem zugegeben männlichen Verständnis.

Eine „moralische Aufwertung“ der Frau über die Anerkennung der periodischen Monatsregel hat das weibliche Geschlecht im 21. Jahrhundert wohl kaum nötig. Und ein sozialer Charakter der überfälligen Maßnahme, die knapp 5 Euro Einsparung pro Jahr und Frau bedeutet, ist auch schwer erkennbar.

9 Kommentare

  1. Schön, dass sich Herr Schneider erlaubt im Namen der ganzen männlichen Tageblatt-Redaktion zu reden. Ob die wohl auch alle nicht checken, dass es hier bei mehr um die Symbolik geht als um 5 Euro im Jahr? Grübel, grübel

  2. Es ist doch erfrischend mal einen Artikel zu bringen,der allgemeine Belustigung hervorbringt. Immer nur Kim und Donald.Da kommt ein verbilligter Tampon doch gerade recht.

  3. Ich finde, die ganze Mehrwertsteuer ist sowieso ungerecht: Dass der Bürger oder die Bürgerin von dem Einkommen, auf dem er/sie schon Lohnsteuer bezahl hat, dann für jede Ware, die von dem verbliebenen Einkommen gekauft wird, nochmals Geld an den Staat abführen muss, beleidigt den Gerechtigkeitssinn.
    Dass da Waren, die man unbedingt benötigt, mit einem verringerten Steuersatz belegt werden, ist das Mindeste, was man erwarten darf.

  4. Herr Schneider, bitte haben Sie nicht die Arroganz ihr begrenztes Verständnis mit dem der restlichen Männer gleichzusetzen. Meinungen wie ihre zeigen sehr wohl, dass “eine moralische Aufwertung der Frau” im 21ten Jahrhundert sehr wohl noch immer nötig ist. Nicht nur für das weibliche Geschlecht, sondern auch und vor allem für das männliche, da dieses anscheinend immer noch nicht das Prinzip der Gleichberechtigung versteht.

    Besser wäre es natürlich, wenn Tampons und andere hygiene/sexual Artikel gratis zur Verfügung gestellt würden. Das weibliche Geschlecht hat es sich ja nicht selbst rausgesucht weiblich zu sein und jeden Monat die Regel zu haben. Nur wegen ihres Geschlechtes sind Frauen in dieser Hinsicht finanziell (und in einem gewissen Maasse auch körperlich) benachteiligt.

    Es ist traurig, ein noch so klein erscheinender Erfolg schlecht zu reden und als unnötig darzustellen. Im Namen aller andersdenkenden Männer hoffe ich, dass Sie ihre Position noch einmal überdenken, Herr Schneider.

  5. “Eine „moralische Aufwertung“ der Frau über die Anerkennung der periodischen Monatsregel hat das weibliche Geschlecht im 21. Jahrhundert wohl kaum nötig.” – mit seinem geschreibsel widerlegt sich der machistische und wohl auch sexistische autor selbst. ob die ganze t-redaktion hinter diesem geschreibsel stehen würde? falls nicht: wie kam so ein geschreibsel zur veröffentlichung??

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