Ein von Bildungsminister Claude Meisch oft verwendetes Schlagwort ist die Autonomie der Schulen. Meisch wiederholt immer und immer wieder, der Lehrkörper sei kompetent und den Lehrern und Lehrerinnen müsse Vertrauen entgegengebracht werden.

Diese liberale Vorstellung eines sich innerhalb eines gesellschaftlichen Konsenses selbst organisierenden Schulsystems ist ein vielversprechender Ansatz, die Schulen reaktiver auf gesellschaftliche Veränderungen aufzustellen und somit die Schüler besser auf ihre zukünftige Partizipation in der Allgemeinheit vorzubereiten, sei es im wirtschaftlichen, im politischen, im kulturellen oder im akademischen Bereich oder aber im Vereinsleben oder schlicht beim Zusammenleben im Kreise von Familie und Freunden.

Wenn der Lehrkörper flexibler reagieren kann und neue Entwicklungen freier an die Schüler herantragen kann, ohne dass diese zuerst komplizierte Prozesse und parteipolitische Filter durchlaufen müssen, können Schüler davon profitieren. (Vielleicht hätte man dann in den 90ern bereits einen halbwegs vernünftigen Informatikunterricht angeboten!)

Ein solch liberaler Ansatz kann allerdings nur gelingen, wenn die Lehrer Klarheit darüber haben, was die Gesellschaft von ihnen erwartet, was sie sollen, müssen und dürfen, und diese Chance beherzt wahrnehmen … und die Gesellschaft ihnen das nötige Vertrauen entgegenbringt.

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