Dieses Bild ging am gestrigen Donnerstag um die Welt – eine deutsche Kanzlerin, die bei der offiziellen Begrüßung ihrer dänischen Amtskollegin zeitweilig sitzen muss. Es ist auch ein Bild der Schwäche. Dabei muss der psychologische Druck enorm gewesen sein, dass Merkel ein viertes Mal innerhalb kurzer Zeit hätte zitternd dastehen können. So gesehen war die Idee mit dem Stuhl ganz pfiffig. Aber sie löst womöglich nicht das Problem.

Von Stefan Vetter 

Natürlich sind Politiker keine Maschinen. Sie sind Menschen mit gesundheitlichen Stärken und Schwächen. Und richtig ist auch, dass dies in Deutschland in allererster Linie eine Privatangelegenheit ist. Als führende Politikerin des Landes ist Merkel allerdings eine öffentliche Person. Also hat die Öffentlichkeit auch ein Recht darauf, zu erfahren, wie es um Merkels gesundheitliche Verfassung wirklich steht. Zumal nach wiederholtem Auftreten der verstörenden Symptome.

Sicher, Merkel macht nicht viel Aufhebens um ihre Person. Genau das macht sie für viele Menschen auch sympathisch. Aber nicht um den Preis der Vertuschung einer möglichen ernsthaften Erkrankung. In der kommenden Woche wird Merkel 65. Danach geht sie in den wohlverdienten Sommerurlaub. Zeit, um Kraft zu tanken und sich zu kurieren. Sollte das Zittern anschließend immer noch auftreten, wird Angela Merkel das Problem nicht mehr aussitzen können.

5 Kommentare

  1. Warum sollte sie etwas öffentlich machen, solange sie ihre (geistige) Arbeit wie gehabt weiter machen kann? Auch sie darf und kann die ärztliche Schweigepflicht für sich in Anspruch nehmen. Der Ausdruck “Vertuschung” ist m. M. nur bei einer ansteckenden Krankheit angebracht.

  2. @Autor

    Sie verdrehen die Tatsachen. Die Öffentlichkeit hat KEIN Recht auf Aufklärung des Gesundheitszustands eines Politikers, die Öffentlichkeit hat ein Recht auf klar denkende und handelnde Politiker, zumindest in unseren Demokratien!

    Wieder mal so ein reißerischer Artikel auf der Populismuswelle. Wie wäre es mit ein wenig Respekt?

  3. Nach ihrer Logik müsste man dann villeicht einen obligatorischen, jährlichen Demenztest für Politiker einführen? Aber bitte dann auch für Journalisten!

  4. Machen wir den sogenannten Trump Test: was würde wohl ein Entrüstungswelle losbrechen wenn Trump solche Zitteranfälle gehabt hat und man würde “mit nicht genug Wasser getrunken” abgespeist. Natürlich muss ein Regierungschef eines 82 Mio Landes Aufschluss über seiner Gesundheitszustand geben, besonders wenn es sich möglicherweise um ein neurologischen Problem handelt oder gar ein psychisches. Nur als Fallbeispiel: Z.b. hat das Absetzen verschiedener angstmindernder Psychapharmaka genau diese Nebenwirkung. Wer möchte von einem Regierungschef regiert werden der (medezinisch) Drogen benötigt um über die Runden zu kommen.

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