Mit Pwc und Amazon zählen zwei globale Konzerne zu den größten Arbeitgebern in Luxemburg. Gemeinsam stellen sie rund 5.000 Arbeitsplätze, und der Trend zeigt, dass es in Zukunft noch mehr sein werden. Doch beide sind nicht nur im Begriff, die wichtigsten Unternehmen des Landes zu werden, sie sind auch gerade dabei, die Arbeitskultur in Luxemburg zu verändern. Denn anders als bei Arcelor Mittal, Cactus oder auch BGL BNP Paribas haben bisher noch keine Gewerkschaften einen Fuß in die Tür der Konzerne bekommen. Es gibt demnach keine Kollektivverträge – lediglich das direkte Verhältnis zwischen Angestellten und Betrieb.

Das hat System. Wer sich bei diesen Unternehmen engagiert, bekommt vom ersten Tag an vermittelt: Erfolg oder Tür. Überstunden gehören zum guten Ton, bezahlte Überstunden sind ein Fremdwort. Die Arbeitskultur beruht auf dem individuellen Leistungsprinzip. Jeder agiert als Ich-AG und ringt jährlich um eine Steigerung der Produktivität. Wer es nicht schafft, wird wegrationalisiert. Gewerkschaftliche Unterstützung gilt als Schwäche. Und Schwäche ist nicht Teil der Unternehmenskultur. Die personelle Fluktuation ist demnach deutlich höher als in anderen Betrieben.

Diese Entwicklung ist jedoch bedenklich: Denn je erfolgreicher diese Unternehmen werden, desto größer wird der Antrieb anderer sein, diesen Weg nachzuahmen. Die arbeitsrechtlichen Errungenschaften geraten dadurch unter Druck. Auf Kosten von uns allen.

Die verlorenen Amazonians – Auf der Suche nach den verlorenen Mitarbeitern des Konzerns in Luxemburg

6 Kommentare

  1. Hallo Amazonier, möchte gerne wissen wo ihr alle sitzt! Alle in der rue Plaetis, wahrscheinlich in den Tiefgaragen?
    Bin erstaunt,dass man nichts von unseren Gewerkschaften darüber hört, 2300 Arbeitnehmer und keine Aufsicht !!!

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