Die Tories der britischen Premierministerin Theresa May dürfte es nicht wundern. Jedoch auch die Labour-Partei sollte es kaum überraschen, angesichts der ambivalenten Haltung der Sozialisten und ihres Vorsitzenden Jeremy Corbyn gegenüber dem EU-Austritt Großbritanniens. Doch nach dem, was die beiden Parteien den Briten – allerdings auch den anderen EU-Bürgern – in den vergangenen Monaten zugemutet haben, war zu erwarten, dass Nigel Farage mit seiner neuen Brexit-Partei die beiden großen Parteien in den Umfragen zu den Europawahlen auf beachtlicher Distanz hinter sich lassen würde.

Beide zusammen, Konservative und Labour, sprechen weniger Wähler an als der ehemalige UKIP-Chef. Dieser braucht sich dazu nicht sonderlich anzustrengen, denn was können die Wähler im Vereinigten Königreich, die weiterhin fast zur Hälfte der Ansicht sind, dass es besser ist, die Europäische Union zu verlassen, falsch machen bei einer Wahl, die sie eigentlich gar nichts mehr angehen sollte?

Sie haben keine Zukunft in der EU, warum sollten sie dann nicht auch eine Partei wählen, die das klar zum Ausdruck bringt? Die zum Wochenende veröffentlichte Umfrage zeigt ebenfalls, dass es Wunschdenken ist, zu glauben, die Briten hätten, nachdem die Fakten nun auf dem Tisch liegen und die Lügen des Referendums aufgedeckt sind, erkannt, in welchen Schlamassel sie sich gebracht haben. Offensichtlich nicht, wenn der Chef-Brexiter derart die Nase vorn hat.

7 Kommentare

  1. Das Land ist und bleibt gespalten, in London und Umfeld ist die remain Stimmung Favorit, insbesondere bei den JYUPies, aber auf dem Lande und bei den älteren Semestern ist die Lage klar, die wollen raus aus der EU deshalb werden sie Farage wählen, von dem erwarten sie, dass er es hinkriegt, von Frau May und Herrn Corbyn leider nich…!

  2. Ech denken dass den aktuellen desolaten Zoustand an der EU, verursacht vun amateurhaften Polit-Clownen méi zur Meenung vun den Englänner beidréit wéi dem Nigel Farage seng Anti-EU Wahlkampagne. Rezent Beispiel: d’EU-Wahl Zirkus Manege vir un enger Woch zu Sibiu. Sou Delpessen hun mir gewielt an sollen se weider wielen. Nee merci.

  3. Es sollte nachdenklich machen, dass die Mehrheit der Briten trotz aller Komplikationen, die der Brexit mit sich bringt (durch wessen Schuld übrigens?) weiterhin “Nix wie raus” sagen.

  4. Die EU befeuert den Austrittswillen der Briten indem sie weiterhin auf eine weiter Intensivierung der EU Kompetenzen drängt. Auch sind viele rezente Urteile des EUGH für die Engländer ein Nogo. Zwar freut sich der britischen Bürger, dass das EUGh bestimmt, dass man online bestellt Matrazen auspacken, probieren und trotzdem zurückschicken kann. Wenn das gleiche Gericht aber verbietet schwer straffällige Asylbewerber abzuschieben bestätigt es die negative Haltung der Brexisten.

    • Es waren in der Hauptsache britische Gerichte, die eine Abschiebung von Hasspredigern gestoppt haben, weil diese ja Familienmitglieder in UK haben.

Kommentieren Sie den Artikel


Please enter your comment!
Please enter your name here