Die Bilder der letzten Tage aus dem ostsyrischen Baghus sprechen Bände. Tausende abgemagerte Frauen und Kinder in abgewetzten Kleidern sitzen in der Wüste von Baghus und warten. Die Frauen sind in schwarze Ganzkörperschleier eingehüllt, aus denen nur die Augen durchblinzeln. Ihre Männer haben zuvor die Flucht ergriffen und sie im Stich gelassen. Die Frauen scheinen derart indoktriniert zu sein, dass sie ihrer nun von den SDF-Kämpfern (Syrische Demokratische Kräfte) aufgelösten letzten Dschihadisten-Bastion nachtrauern. Und mehr: Sie wünschen ihren Gegnern den Tod. Sie drohen damit, das Kalifat wieder groß zu machen.

Seit Dezember 2018 haben sich rund 50.000 IS-Kämpfer ergeben: Manche freiwillig, andere wurden dazu gezwungen, weil sie auf ihrer Flucht überrascht wurden. Auf jeden Fall platzen die Aufnahmelager aus allen Nähten. Seit einiger Zeit stellt sich nun die Frage: Wohin mit den Dschihadisten?

In Deutschland kam die Diskussion auf, den IS-Kämpfern mit Doppelpass die deutsche Nationalität abzuerkennen. Doch das Vorhaben von Horst Seehofer (CSU) und Katarina Barley (SPD) geht definitiv zu weit. Denn Ausbürgerung ist kein Mittel, das einer Demokratie wie der Bundesrepublik würdig wäre. Denn das Verfahren erinnert an den Umgang mit politischen Oppositionellen in der DDR oder, schlimmer noch, an den Umgang der Nazis mit den Juden.

Donald Trump hatte seinerseits gefordert, Europa solle seine Terrorjünger aus Syrien zurücknehmen. Falls nicht, würde er dafür sorgen, dass die Dschihadisten freikämen. Auch das hatte eine breite Debatte ausgelöst. Von der Drohung des US-Präsidenten, die Dschihadisten freizulassen, mal abgesehen, ist es doch letztendlich die einzige realistische Lösung des Problems. Schließlich sind unsere Länder nicht ganz unschuldig an der Radikalisierung von IS-Kämpfern, die meist in unseren Breiten stattgefunden hat. Sogar Dschihadisten haben einen fairen Prozess verdient. Vor einem Gericht und mit richtigen Beweisen.

3 Kommentare

  1. Diese Leute sind Verbrecher, aber das wird alles schwer nachzuweisen sein, bei uns in einem Gerichtsverfahren nach unseren Standards, deshalb wird es schwer sein, gegen diese Leute vorzugehen sollten sie zurückkommen oder gebracht werden: man sollte sie insgesamt der jeweiligen Regierung aushändigen: je nach Gefangennahme, im Irak oder Syrien, die sind vor Ort und sollten sie verurteilen und bestrafen, das ist meine Ansicht, Die zu ahnenden Verbrechen wurden ja dort vor Ort verbracht.!

    • Jawohl,die haben genug Leute abgeschlachtet und vergewaltigt,die sollen für ihre Taten bestraft werden,und nicht noch als arme irregeleitete zurück in Muttis Schoss kommen.

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