Ebenso wie die Frage, ob Huhn oder Ei zuerst da war, ist es oft unklar, ob Schulden durch biografische Unfälle (Scheidung, Arbeitsverlust, Krankheit oder Ähnliches) bedingt sind oder umgekehrt. Bei den Beratungsstellen für überschuldete Menschen hat man gelernt, vernetzt zu denken und die Problematik, sprich den hilfesuchenden Menschen, als Ganzes zu sehen.

Oft ist es nötig, das Selbstvertrauen, das durch eine gescheiterte Lebensplanung verloren ging, wieder aufzubauen, ehe die Lösung der finanziellen Probleme in Angriff genommen werden kann. Allein um Kontakt mit einer Beratungsstelle aufzunehmen, kostet es viele wegen vermeintlichen Versagens eine starke Überwindung der Scham. In vielen Fällen kann – auch in Gesprächen mit den Kreditgebern – innerhalb von sechs Monaten bis einem Jahr die Lage entspannt werden. Voraussetzung hierfür ist eine gewisse Charakterstärke und die Akzeptanz der Tatsache, dass die Aufnahme weiterer Schulden nicht die Lösung des Problems sein kann…

Ist dieser Schritt erst mal gemacht, ist eine Lösung meist in absehbarer Nähe. Privatinsolvenz als letztes Mittel aus der Schuldenfalle muss nur in den wenigsten Fällen genutzt werden … Scham vor der Beratung sollte deshalb niemand haben.

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