Am Denkmalschutz reiben sich die Geister. Und offensichtlich liegt er weitestgehend in der Hand der jeweiligen Bürgermeister. Die sehen ihre Gemeinden einem unaufhaltsamen Wachstum gegenüber: Wachstum an Menschen und am Bedarf an Wohnraum. Wenn man nicht ständig neues Bauland ausweisen will und die Zersiedelung der Landschaft damit billigend in Kauf nimmt, bleibt nichts anderes, als alte, leer stehende Gebäude abzureißen. Scheinbar oder offensichtlich? Auf der anderen Seite stehen die Bürger, die das nicht mitmachen wollen und die ihre Dörfer nicht seelenlosen neuen Wohnsilos weichen sehen wollen. Abriss-Beispiele gibt es viele, Bürgerinitiativen und Vereinigungen genauso.

Wenn es sich die Regierung, wie im europäischen Jahr des Kulturerbes geschehen, auf die Fahnen schreibt, die Jugend fürs „Patrimoine“ sensibilisieren zu wollen, fragt sich der logisch denkende Mensch: Wie denn, wenn alles weg ist? Luxemburg hat neben der industriellen auch eine bäuerliche Vergangenheit und übrigens Zukunft. Es sollte dazu stehen. Und endlich das sagenumwobene und unter Verschluss gehaltene „Inventaire“ öffentlich machen und Besitzer von denkmalgeschützten oder schützenswerten Immobilien ermutigen, diese zu bewahren. Wenn Ideen dazu fehlen: die in Sachen „Patrimoine“ engagierten, bürgerschaftlichen Bewegungen haben welche. Auch zur Finanzierung des Ganzen.

Mouvement patrimonial: Ein neuer Verein kämpft für den Denkmalschutz in Luxemburg

Kommentieren Sie den Artikel


Please enter your comment!
Please enter your name here