Düstere Aussichten für Italien. Und damit sind für einmal nicht die Staatsfinanzen gemeint. Das Land, das so vielen als Sehnsuchtsort gilt, ist auf bestem Wege, einem Demagogen zu verfallen – und zwar vollends. Matteo Salvinis Lega hatte bei den Wahlen im März 17,4 Prozent der Stimmen auf sich versammeln können. Eine letzte Umfrage spricht der extrem rechten Partei nun 33 Prozent zu. Fast eine Verdoppelung, in sechs Monaten.

Dass die Italiener gute Gründe hatten zur Protestwahl, wird kaum einer abstreiten. Viel Korruption, noch mehr staatliche Unfähigkeit – und dazu das Gefühl, von Europa in der Flüchtlingspolitik jahrelang alleine gelassen worden zu sein. Das war die gefährliche Mischung, die den früheren Separatisten an die Macht verhalf. Doch schon bald könnte sich der erhoffte Erlöser als Henker erweisen.

Auch wenn die Lega Italiens Norden nicht mehr vom Süden trennen will – den italienischen Staat will sie nach wie vor aus den Angeln heben. Die parlamentarische Demokratie ist ihr ein Dorn im Auge, sie will ein Präsidialsystem, das alle Macht an sich bindet. Um solche Pläne durchzusetzen, fehlt ihr nicht mehr viel. Eigentlich bräuchte es nur Neuwahlen.

Und die können aufgrund des wackligen Bündnisses mit der 5-Sterne-Bewegung nicht mehr ausgeschlossen werden. Die klassischen Parteien sind schon längst zu Staub zerfallen. Viele Steine liegen nicht mehr in Salvinis Weg. Bella Italia? Das kommt nicht mehr leicht über die Lippen. Eher Brutta Italia, leider.

Brutta Italia: Wie Salvini und die Lega das parlamentarische System abschaffen wollen

8 Kommentare

  1. Die Frage ist dann wohl weshalb die klassischen Parteien eben die Wähler nicht mehr überzeugen können in Italien..? Denn die Lega und das Movimento 5 Stelle sind doch ganz demokratisch gewählte Parteien…was ist also faul in Bella Italia? ich glaube nicht dass es an der Demokratie liegt….

    • Hmmmm Die NSDAP wurde auch vom Volk gewählt ups …die PNF auch na sowas. Das hässlicher Gesicht eines grossen Teils der Italiener. Das scheint sich nicht zu ändern wollen.

  2. Im Grundsatz ist der Tenor immer der gleiche: die dummen Wähler sind einfach nicht fähig die guten®Politiker zu wählen. Auch schön blöde diese Demokratie, wo jeder das wählen kann, was ihm Spass macht. Sollte man nicht einfach die Parteien verbieten, die nicht passen. Oder einfach alle nationalen Kompentenzen an die EU-Gremien abgeben, denn dort werden meisten Entscheidungen von den Eliten getroffen, die sich lieber von den Großbanken und Großkonzernen intelligent beraten lassen, ohne die störendende Meinung des von den Populisten verführten Bürgers.

      • D’Italiener hun d’Nues voll vun Europa haenke geloss gin ze sin an duerfir hun se leider de “Faschist” gewielt. Et kritt emeer vill Verspriechungen gemaach an am Nachhinein kënt naischt no. Italien ass iwwerlaaf vu Fluechtlungen zum Nodeel vum Vollek.

    • D’Rietsradikaler spillen den “Eliten” eben just an d’Hand. Eng AfD zB as méi libertär wéi eng FDP.
      Wann d’Leit wierklech Verännerung wëllen, muss se lénks wielen, an net dee bronge Muscht, dee just den Auslänner fiir alles d’Schold gëtt. Do mierkt een rem wéi gutt d”Leit an der Geschicht opgepasst hun…

      • wann een Geschicht awer ganz kennt, dann misst een awer och wessen waat dei Lenk alles verbrach hunn,vum Lenin iwwer Stalin an aktuel een gewessenen Maduro an Venezuela. Och dei eiwech Kravallen ewei zu Hamburg oder soss bei all Gipfel net vergiessen. och dei Lenk sinn bei weitem keng Engelen ! Durvir ass et vir den Wieler och net esou einfach.

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